Mitarbeiter sitzen in einem Großraumbüro.   | imago/Westend61
FAQ

Ende der Homeoffice-Pflicht Welche Regeln für die Arbeitswelt nun gelten

Stand: 21.03.2022 08:01 Uhr

Zum 19. März ist die Homeoffice-Pflicht ausgelaufen, die wegen Corona eingeführt worden war. Was bedeutet das für Arbeitgeber und Arbeitnehmer? Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Von Florian Roithmeier, ARD-Rechtsredaktion

Müssen Arbeitnehmer wieder ins Büro kommen?

Wenn der Arbeitgeber will, dass man im Büro arbeitet, dann muss man auch kommen. Arbeitgeber haben nämlich ein sogenanntes Weisungsrecht. Zu diesem Weisungsrecht gehört auch, dass der Arbeitgeber bestimmen kann, wo man arbeitet. Weigert sich der Arbeitnehmer trotzdem zu kommen, kann ihm eine Abmahnung oder schlimmstenfalls die Kündigung drohen.

Gibt es nicht ein "Recht auf Homeoffice"?

Nein. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will ein solches zwar grundsätzlich und unabhängig von Corona einführen; wann ein solches Recht kommt und wie das genau aussieht, ist aber noch offen.

Gibt es trotzdem eine Möglichkeit, weiter im Homeoffice zu arbeiten?

Ja, denn viele Betriebe haben erkannt, dass das Homeoffice durchaus Vorteile hat. Auch seitens der Regierung heißt es, Arbeit im Homeoffice solle wegen des Infektionsschutzes auch nach dem 19. März "weiter in Erwägung gezogen werden". Nach der Arbeitsschutzverordnung, die zum 20. März ebenfalls neu geregelt wurde, sollen Arbeitgeber zumindest prüfen, ob Homeoffice für die Sicherheit und Gesundheit ihrer Arbeitnehmer erforderlich ist. Die Homeoffice-Pflicht aber ist weggefallen.

In vielen Tarifverträgen oder Betriebsvereinbarungen ist allerdings geregelt, dass Arbeitnehmer zumindest teilweise im Homeoffice arbeiten dürfen. Man sollte sich deshalb über die Regelungen im eigenen Unternehmen informieren. Natürlich kann man auch individuell mit dem Arbeitgeber vereinbaren, ob und wie viel man im Homeoffice arbeitet. Der Arbeitgeber muss jedoch einverstanden sein.

Und wenn man Angst davor hat, sich im Büro mit Corona anzustecken?

Allein das ist kein Grund, nicht ins Büro zu kommen. Der Arbeitgeber muss aber die Gefährdung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Unternehmen immer im Auge behalten - man nennt das "Fürsorgepflicht" - und nach der neuen Arbeitsschutzverordnung schauen, welche Maßnahmen erforderlich sind. Dazu gehört es zum Beispiel Plexiglas-Trennwände aufzustellen oder der Belegschaft Masken anzubieten.

Wenn der Arbeitnehmer zu einer besonders gefährdeten Personengruppe gehört, also zum Beispiel chronisch krank ist, kann es sein, dass der Arbeitgeber sogar weiterhin das Homeoffice anbieten muss, um den Arbeitnehmer zu schützen.

Sprit ist aktuell sehr teuer. Darf ich deshalb zu Hause bleiben?

Nein, auch die derzeit hohen Spritpreise sind kein Grund, die Fahrt ins Büro zu verweigern. Denn wie der Arbeitnehmer zur Arbeit kommt und wie viel Geld er deshalb für Sprit ausgeben muss, ist seine Sache. Der Arbeitnehmer könnte sich ja auch eine Fahrgemeinschaft suchen oder mit dem Fahrrad zur Arbeit kommen.

Als Ausgleich für die Fahrtkosten gibt es die Pendlerpauschale. Hier ist geplant, dass insbesondere Fernpendler steuerlich mehr absetzen können. So - und möglicherweise mit weiteren Maßnahmen - will die Regierung die hohen Kosten "abfedern".

Muss der Arbeitgeber noch kostenlose Corona-Schnelltests anbieten?

Nein, auch diese Pflicht ist grundsätzlich weggefallen. Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung sollen Arbeitgeber aber nach der Arbeitsschutzverordnung zumindest prüfen, ob ein Test pro Woche weiterhin erforderlich ist.

Wichtig in diesem Zusammenhang: "3G am Arbeitsplatz" ist seit dem 20. März weggefallen. Das heißt, Ungeimpfte sind nicht mehr zu täglichen Tests verpflichtet.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 21. März 2022 um 12:00 Uhr.