Gasflamme

Regionale Preisunterschiede Hier lohnt sich der Gasanbieterwechsel besonders

Stand: 05.07.2023 12:34 Uhr

Das Sparpotenzial bei Gaspreisen ist so hoch wie nie. Gastarife von alternativen Anbietern sind im Schnitt 43 Prozent günstiger als die Grundversorgung. Doch es gibt regional große Unterschiede.

Nach dem Gaspreisschock des vergangenen Jahres hat sich die Lage für Haushaltskunden deutlich verbessert. Das liegt vor allem an den gesunkenen Großhandelspreisen. Der Gas-Spotpreis notiert mittlerweile bei rund 25 bis 30 Euro je Megawattstunde - und damit deutlich unter dem Niveau vor Beginn des russischen Kriegs gegen die Ukraine.

Immer mehr Versorger geben das auch an ihre Kundinnen und Kunden weiter und senken ihre Gaspreise. Das gilt aber besonders für die alternativen Anbieter. Grundversorger hingegen haben ihre Preise in den vergangenen Monaten nur geringfügig gesenkt, teils liegen die Preise immer noch klar über der Gaspreisbremse von 12 Cent je Kilowattstunde.

"Verbraucher sollten aktiv werden"

Die logische Folge: Die Preisschere zwischen Grund- und Alternativversorgern ist aktuell so groß wie noch nie. Ein Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden (kWh) Gas muss in der Grundversorgung durchschnittlich 3219 Euro im Jahr zahlen, rechnet das Vergleichsportal CHECK24 vor. Bei alternativen Versorgern werden für die gleiche Menge Gas im Schnitt nur 1845 Euro fällig.

Im Schnitt lassen sich durch einen Anbieterwechsel somit 43 Prozent beziehungsweise 1374 Euro Gaskosten sparen. "Verbraucherinnen und Verbraucher in der Grundversorgung sollten jetzt aktiv werden und wechseln", rät Steffen Suttner, Geschäftsführer Energie bei CHECK24.

Gasanbieterwechsel spart in Thüringen über 1700 Euro

Die Preise genau zu vergleichen - das lohnt sich für Verbraucherinnen und Verbraucher in einigen Bundesländern allerdings ganz besonders. Denn die Höhe des Einsparpotenzials bei einem Wechsel vom Grundversorger zu einem alternativen Anbieter fällt regional sehr unterschiedlich aus.

So können Gas-Verbraucher in Thüringen derzeit besonders viel sparen. Eine Familie mit einem Verbrauch von 20.000 kWh Gas im Jahr zahlt dort in der Grundversorgung 3677 Euro, während bei einem alternativen Anbieter im Schnitt nur 1887 Euro fällig werden. "Durch einen Wechsel von der teuren Grundversorgung zu einem alternativen Anbieter spart die Familie im Schnitt 1789 Euro beziehungsweise fast 50 Prozent der Gaskosten", rechnet CHECK24 vor.

Auch in Bayern (1671 Euro), Mecklenburg-Vorpommern (1606 Euro) und Sachsen (1558 Euro) lohnt sich ein Wechsel besonders stark. Am wenigsten ist das für Verbraucher in den Stadtstaaten Berlin und Bremen der Fall: Sie sparen durch einen Wechsel zu einem alternativen Anbieter aber immerhin noch 653 respektive 300 Euro.