Einfamilienhaus | picture alliance / SvenSimon
FAQ

Neues KfW-Programm Wie Neubauten nun gefördert werden

Stand: 08.04.2022 10:17 Uhr

Das staatliche KfW-Förderprogramm für energiesparende Neubauten wird wieder aufgelegt. Anträge können schon bald gestellt werden. Allerdings ist dabei einiges zu beachten. Ein Überblick.

Wer ein energiesparendes neues Haus baut, kann ab dem 20. April wieder eine staatliche Förderung der staatlichen KfW-Bank beantragen. Das hat Wirtschaftsminister Robert Habeck in dieser Woche mitgeteilt. Dieses Programm ist jedoch befristet - und das Budget möglicherweise bald ausgeschöpft.

Was wird mit dem neuen Programm gefördert?

Das neue Förderprogramm der KfW-Bank ist für Neubauten nach dem EH-40 Standard. Dies umfasst Häuser der Effizienzstandards EH-40, EH-40 plus und EH-40-Nachhaltigkeitsklasse. Die Anträge für die neue Förderung können ab dem 20. April im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) gestellt werden. Die derzeitige Förderung ist bis zum 31. Dezember 2022 befristet.

Was ist ein Energieeffizienzklasse?

EH-40 bedeutet, dass ein nach diesem Standard gebautes Gebäude nur 40 Prozent der Energie verbraucht, die ein Referenzhaus benötigt. Für die sogenannten Energieeffizienzklassen gilt: Je kleiner die Zahl, desto energieeffizienter ist ein Gebäude.

Wie viel Geld steht zur Verfügung?

Für das neue Programm steht ein Budget von einer Milliarde Euro zur Verfügung, die für die Neubauförderung ausgegeben werden können. Allerdings wird das Geld wahrscheinlich nicht lange reichen, da beim Stopp des Programms im Januar laut "Handelsblatt" noch etwa 24.000 Anträge bei der Gebäudeförderung vorlagen, deren Förderbedarf auf 7,2 Milliarden Euro beziffert wurde. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck gab bereits bei der Vorstellung des neuen Programms zu bedenken, dass die Mittel wohl schnell ausgeschöpft sein werden: "Um dennoch möglichst vielen Antragstellern eine Förderung zu ermöglichen, haben wir die Fördersätze reduziert."

Was ändert sich mit den neuen Regeln?

Die Bundesregierung hat die Fördersätze für einzelne Bauprojekte halbiert. Die Gebäudeklasse EH-40 wird mit zehn Prozent eines maximalen Kreditbetrags von 150.000 Euro bezuschusst. Man erhält also maximal bis zu 15.000 Euro. Für Häuser der EH-40-Nachhaltigkeitsklasse und EH-40 plus Häuser beträgt der neue Zuschuss maximal 12,5 Prozent eines Kreditbetrags von 150.000 Euro, also bis zu 18.750 Euro.

Gleichzeitig wurden die Förderbedingungen geändert. So wird beispielsweise der Einbau von Gasheizungen in Neubauten nicht mehr gefördert. "Wir beenden damit einen Anachronismus. Das ist politisch allemal angezeigt", sagte Habeck.

Effizienzhäuser nach dem EH-55 Standard werden außerdem nicht mehr gefördert. Dieser Effizienzstandard sei mittlerweile Standard bei Neubauten, sagte Wirtschaftsminister Robert Habeck. Bauherren, die zum ursprünglichen Ende der Förderung am 31. Januar dieses Jahres EH55-Häuser geplant, aber ihre Förderanträge noch nicht eingereicht hatten, müssen nun die strengeren Regeln umsetzen. Ähnliches gilt für bereits gestellte Anträge, die bis zum Ende der Förderung am 24. Januar nicht mehr bewilligt wurden.

Wie erhält man die KfW-Förderung?

Beantragt wird die Förderung für energieeffizientes Bauen immer vor dem eigentlichen Baubeginn. Um eine Förderung zu erhalten, muss der Neubau die Standards der Effizienzstufe EH-40 erreichen. "Dies kann über viele verschiedene Wege erreicht werden und hängt vom Baustil des jeweiligen Hauses ab", erklärt eine Pressesprecherin der KfW auf Anfrage von tagesschau.de. Darum sei bei jedem Antrag auch die Beurteilung durch einen Energiesachverständigen nötig.

Um zu prüfen, welche Effizienzstufe das eigene Haus erreicht, müssen Bauherren mit einem zertifizierten Energiesachverständigen die einzelnen Daten des Hauses auf der Webseite der KfW eintragen: "Dort wird dann automatisch das Energielevel des Hauses berechnet, und mit einem entsprechenden Dokument erhält man dann die Förderung bei der Bank", so die KfW-Sprecherin.

Was gilt künftig für die Neubauförderung?

Mit dem Neustart zum 20. April soll die Förderung schrittweise umgestaltet werden. Ziel der Regierung sei, die Neubauförderung "Zug um Zug auf immer mehr Nachhaltigkeit und Effizienz auszurichten", so Wirtschaftsminister Habeck. Dies soll in drei Schritten geschehen: Im ersten Schritt werden ab dem 20. April wieder EH-40-Häuser, EH-40 plus Häuser und Neubauten der EH-40-Nachhaltigkeitsklasse gefördert. Dafür sind die nun bereitgestellten eine Milliarde Euro vorgesehen.

Falls die eine Milliarde Euro noch dieses Jahr ausgeschöpft werden, soll nach Angaben des Ministeriums die Neubauförderung im Programm EH40-Nachhaltigkeit nahtlos mit anspruchsvolleren Konditionen fortgeführt werden. Das Programm soll dann eine Neubauförderung nur noch in Kombination mit dem Qualitätssiegel für nachhaltiges Bauen ermöglichen. Dieses Programm in der Stufe 2 soll bis zum 31. Dezember gelten.

Als dritter Schritt sei ab Januar 2023 ein neues umfassendes Programm mit dem Titel "Klimafreundliches Bauen" vorgesehen, hieß es. Details dazu werden nach Angaben des Ministeriums noch erarbeitet. Allerdings ist schon bekannt geworden, dass vor allem die Treibhausgasemissionen im Lebenszyklus von Gebäuden stärker in den Blick genommen werden sollen.

Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell am 21. Februar 2022 um 15:32 Uhr.