Hände halten eine gefälschte 50-Euro-Banknote und eine gefälschte 20-Euro-Banknote | dpa

Gefälschte Euro-Banknoten Weniger Falschgeld, mehr Schaden

Stand: 22.07.2022 13:06 Uhr

Die Falschgeldzahlen in Deutschland sind im ersten Halbjahr zwar auf den niedrigsten Stand seit 2013 gesunken. Der finanzielle Schaden nahm aber zu. Am häufigsten werden 20- und 50-Euro-Banknoten gefälscht.

Polizei, Handel und Banken in Deutschland haben im ersten Halbjahr 19.789 gefälschte Euro-Banknoten aus dem Verkehr gezogen. Das teilte die Deutsche Bundesbank mit. Das waren fast 3,9 Prozent weniger als im zweiten Halbjahr 2021 und zugleich der niedrigste Wert seit dem zweiten Halbjahr 2013 mit damals 19.350 Blüten. "Seit 2016 geht der Trend bei Falschgeld zurück", bilanzierte Bundesbank-Vorstandsmitglied Johannes Beermann in Frankfurt.

Zu verdanken sei das den hochwertigen Sicherheitsmerkmalen auf den Banknoten sowie den Informationskampagnen und Schulungen der Bundesbank, aber auch dem guten Zusammenwirken mit den Strafverfolgungsbehörden, erläuterte Beermann.

Geringe Wahrscheinlichkeit

Der finanzielle Schaden stieg jedoch gegen den Trend der vergangenen Jahre im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2021 um rund elf Prozent auf 991.690 Euro. Das lag nach Angaben der Bundesbank vor allem daran, dass vermehrt größere Stückelungen wie gefälschte Hunderter und Zweihunderter aus dem Verkehr gezogen wurden. Am beliebtesten bei Fälschern sind aber weiterhin die 20- und 50-Euro-Banknoten, auf die zusammen 77 Prozent der sichergestellten Blüten entfallen.

Die Wahrscheinlichkeit, eine gefälschte Euro-Banknote angedreht zu bekommen, ist indes sehr gering. Nach Angaben der Bundesbank entfielen im ersten Halbjahr in Deutschland fünf gefälschte Banknoten auf 10.000 Einwohner. Europaweit gab es zehn Fälschungen auf 10.000 Einwohner.

Pandemie mit Folgen für Geldfälscher

Wie sich die Aufhebung der Corona-Beschränkungen in diesem Frühjahr auf die Entwicklung der Falschgeldzahlen auswirkt, dürfte sich Beermann zufolge voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2022 zeigen. Wegen der Einschränkungen in der Pandemie konnten Kriminelle ihre Nachahmungen schwerer unters Volk bringen, zum Beispiel auf Weihnachtsmärkten oder Volksfesten, wo meist mit Scheinen und Münzen bezahlt wird.

Nach jüngsten Daten des Bundeskriminalamtes (BKA) ist die Zahl von Straftaten mit Falschgeld in Deutschland in der Corona-Pandemie aber weiter gesunken. Im vergangenen Jahr zählte die Behörde 38.234 Falschgelddelikte. Das waren 16,7 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Damit habe sich der seit Jahren rückläufige Trend fortgesetzt, bilanzierte das BKA.

Seit 2020 fließen Fälle mit gefälschten Münzen nicht mehr in diese Gesamtstatistik ein. Polizeilichen Schätzungen zufolge wird mittlerweile mehr als die Hälfte des in Deutschland festgestellten Falschgelds online verkauft, zum Beispiel über verschlüsselte Messengerdienste oder im Darknet.

Was tun bei Falschgeld?

Die Bundesbank stellt fest, dass Bürger, die sicher sind, Falschgeld (Banknoten oder Münzen) erhalten zu haben, sofort die Polizei benachrichtigen sollen. Denn bei der Weiter- oder Rückgabe von Falschgeld könne man sich genau wie bei der Herstellung von Falschgeld strafbar machen. Für Falschgeld gebe es keinen Ersatz, heißt es weiter. Daher sollte auch keine Ware vor Bezahlung mit gültigem Geld herausgegeben werden.

Über dieses Thema berichtete BR24 am 22. Juli 2022 um 12:41 Uhr.