Eine ältere Frau heizt mit einem elektrischen Heizgerät. | picture alliance / empics

Weniger Einkommen, höhere Preise Energie ist für Ostdeutsche teurer

Stand: 17.05.2022 12:44 Uhr

Je nach Region belastet die Teuerung deutsche Verbraucher bei der Energie unterschiedlich stark. Für Strom und Gas müssen Menschen in Ostdeutschland einer Studie zufolge im Schnitt mehr aufwenden als im Rest der Republik.

Haushalte im Osten Deutschlands werden laut einer Studie des Vergleichsportals Check24 besonders hart von den steigenden Kosten für Energie getroffen. Die Gründe dafür sind vielfältig.

Der Anteil des Haushaltseinkommens, der für Strom und Heizen aufgewendet werden muss, ist in Zeiten stark steigender Energiepreise zuletzt deutlich gewachsen. Die Belastungen sind aber regional sehr unterschiedlich. Laut Check24 müssen Menschen in Ostdeutschland im Schnitt 7,3 Prozent ihres Einkommens für Energiekosten aufbringen. Bei Westdeutschen betrage der Anteil durchschnittlich 6,1 Prozent.

Energie in Thüringen und Sachsen am teuersten

Auch im Osten des Landes gibt es dabei noch Unterschiede. Am größten war zuletzt die Belastung für Menschen in Thüringen und in Sachsen. Hier mussten rund acht Prozent des Einkommens für Energie aufgewendet werden. In Hamburg und Bayern lag der Anteil bei etwa fünf Prozent. Einerseits liegt das am insgesamt niedrigeren Einkommensniveau in Ostdeutschland. Die Kaufkraft im Osten beträgt im Schnitt zwölf Prozent weniger als im Westen.

"Gleichzeitig zahlen ostdeutsche Verbraucherinnen und Verbraucher auch absolut mehr für Energie - zum Beispiel aufgrund höherer Netznutzungsentgelte", so Steffen Suttner, Check24-Geschäftsführer. Die Netzengelte der Versorger liegen in einigen Teilen Ostdeutschlands deutlich über denen in anderen Regionen. Der Gaspreis etwa besteht zu rund einem Viertel aus Netzentgelten. Diese werden vom Netzbetreiber festgesetzt - und sollen die Aufwendungen des Netzanbieters für den Transport und die Bereitstellung von Energie abdecken.

Laut aktuellen Angaben der Bundesnetzagentur schwankt etwa das Entgelt für Gas zwischen 0,65 und 3,65 Cent je Kilowattstunde. Je mehr in einem Netzgebiet investiert werden muss, etwa bei der Integration Erneuerbarer Energien, umso höher das Entgelt. Auch in Regionen mit weniger Einwohnern und geringerem Verbrauch liegen die Entgelte tendenziell höher.

Kaufkraft wächst nicht schnell genug

Die Energiepreise sind seit 2020 deutlich stärker angestiegen die Kaufkraft der Deutschen gewachsen ist. Während das verfügbare Einkommen binnen zwei Jahren um rund 4,3 Prozent zunahm, weist die aktuelle Erhebung des Vergleichsportals für diesen Zeitraum einen durchschnittlichen Anstieg der Strompreise um 33 Prozent aus, die Gaspreise legten sogar um 109 Prozent zu. Bundesweit stiegen die Aufwendungen von vier auf 6,3 Prozent des Einkommens.

Die Bundesregierung will die stark gestiegenen Preise für Strom, Gas, aber auch Heizöl, Diesel und Benzin über ein Entlastungspaket abfedern. Dazu gehört einerseits eine Energiepreispauschale in Höhe von 300 Euro für Erwerbstätige. Dazu soll die Energiesteuer auf Kraftstoffe gesenkt werden. Ab Juli soll zudem die EEG-Umlage nicht mehr den Strompreis für Verbraucher belasten. Die Umlage, die den Ausbau der Erneuerbaren Energien mitfinanziert, wird dann aus dem Sondervermögen "Energie- und Klimafonds" vom Bund finanziert.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 12. Mai 2022 um 20:00 Uhr.