E-Auto an der Steckdose | dpa

Elektromobilität Gebrauchte Elektroautos werden günstiger

Stand: 24.03.2021 13:18 Uhr

Neue Elektroautos boomen - nicht zuletzt dank hoher Prämien. Im Gegenzug verlieren gebrauchte Elektroautos besonders schnell an Wert. Schnäppchenpreise gibt es aber auch beim Leasing.

Von Angela Göpfert, tagesschau.de

2012 kamen die ersten Elektroautos auf den Markt. Entsprechend groß ist heute die Auswahl an Gebrauchtwagen - oftmals zu Schnäppchenpreisen. Die Restwerte drei Jahre alter Stromer sind derzeit mit rund 51 Prozent ein Zehntel niedriger, als sie es noch vor Jahresfrist bei vergleichbaren Autos waren. Vor einem Jahr belief sich der Restwert noch auf 56 Prozent, wie eine am Mittwoch veröffentlichte Auswertung der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) zeigt.

Eine Chance für die Verkehrswende?

Zum Vergleich: Im Februar 2020 lag der prozentuale Restwert eines drei Jahre alten Benziners mit gut 56 Prozent in etwa auf Vorjahresniveau. Elektroautos verlieren damit derzeit deutlich schneller an Wert als Benziner oder Dieselfahrzeuge. Die gesunkenen Preise sind für Besitzer, die ihre Elektroautos verkaufen wollen, problematisch. Käufer können sich hingegen mitunter über Schnäppchenpreise für gebrauchte Stromer freuen.

Der Preisverfall auf dem Gebrauchtwagenmarkt für Elektroautos ist nicht zuletzt eine Chance für die Antriebswende. Dass der Kauf eines gebrauchten Elektro- oder Plug-In-Hybridautos zunehmend zur Option wird, sei ein wichtiger Schritt in Richtung Klima- und Verkehrswende, unterstrich jüngst Bernd Brauer, Head of Automotive Financial Services bei Consors Finanz, bei Vorstellung der Verbraucherstudie Automobilbarometer International 2021.

Lieber neu als gebraucht?

Der drastische Preisverfall auf dem E-Gebrauchtwagenmarkt lässt sich dabei nicht nur auf die Angst einiger Verbraucher zurückführen, mit einem Gebrauchtwagen technisch abgehängt zu werden, sondern auch und vor allem auf die großzügige staatliche Förderung für Elektroautos und Plug-in-Hybride. Diese drückt den Preis für Neuwagen. Dementsprechend sind auch die Gebrauchten weniger wert.

"Die Preisdifferenz zwischen einem neuen und einem gebrauchten Elektroauto ist oftmals zu gering, als dass es für den Käufer attraktiv wäre, sich den Gebrauchtwagen zu kaufen“, betont der Leiter der DAT-Fahrzeugbewertung Martin Weiss.

Antragsboom dank höherer Prämien

Tatsächlich hatte die im Zuge des Corona-Hilfspakets eingeführte Erhöhung des Umweltbonus im Juli 2020 auf bis zu 9000 Euro bei Elektroautos und bis zu 6750 Euro bei Plug-in-Hybriden beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zu einem wahren Antragsboom geführt.

2020 gingen beim BAFA insgesamt 255.039 Anträge für die Förderung eines Elektrofahrzeugs ein, wie das Bundesamt im Januar mitteilte, davon gut 140.000 für reine Elektroautos und 115.000 für Plug-in-Hybride.

Förderung auch für Gebrauchte - mit Einschränkungen

Dabei gibt es auch eine staatliche Förderung für gebrauche Elektroautos und Plug-in-Hybride - allerdings nur für junge Gebrauchtwagen. Damit die Käufer in den Genuss der Förderung kommen, dürften die Gebrauchten nicht älter als zwölf Monate und nicht mehr als 15.000 Kilometer gelaufen sein oder schon einmal BAFA-Förderung erhalten haben.

Treffen all diese Einschränkungen zu, können sich Käufer über 5000 Euro Förderung für Elektroautos und 3750 Euro für Plug-in-Hybride freuen.

Leasing als Alternative?

Für Verbraucher, die angesichts des drastischen Wertverfalls von Elektroneuwagen vor dem Kauf zurückschrecken, gibt es womöglich eine weitere Alternative: das Leasing. So kursieren derzeit im Internet etwa Angebote über 79 Euro für einen Mazda MX-30 oder einen Opel Corsa e Edition für 94 Euro pro Monat. Richtige Schnäppchen wie etwa ein Kia e-Soul für um die zehn Euro sind allerdings den Gewerbetreibenden vorbehalten.

Beim E-Auto-Leasing muss in der Regel eine Anzahlung geleistet werden. Der private Verbraucher oder Gewerbetreibende muss diese allerdings nur vorstrecken. Das Geld erhält er vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) im Rahmen der Elektroautoförderung zurück. Übrig bleiben, jenseits der monatlichen Raten, nur die Kosten für die Überführung.

Über dieses Thema berichtete die MDR-Sendung "MDR um 4" am 06. Januar 2021 um 16.00 Uhr.