Windenergiepark Odervorland | picture alliance/dpa/dpa-Zentral

Laut Vergleichsportalen Senkung der EEG-Umlage kommt nicht an

Stand: 07.01.2022 16:24 Uhr

Zum Jahreswechsel ist die EEG-Umlage auf den Strompreis gesenkt worden. Die Endverbraucher, die so entlastet werden sollten, merken davon jedoch bislang nichts, wie zwei Vergleichsportale berichten.

Die seit diesem Jahr gesunkene EEG-Umlage kommt bei den Verbraucherinnen und Verbraucher laut zwei Vergleichsportalen bisher nicht an. "Die Stromversorger geben die niedrigere EEG-Umlage nicht an ihre Kunden weiter, weil sich die Einkaufspreise an der Strombörse vervielfacht haben", teilte Verivox mit. Darüber hinaus seien die Gebühren für die Stromnetze im bundesweiten Durchschnitt um vier Prozent gestiegen. "Der Strompreis für Haushalte ist mit über 35 Cent pro Kilowattstunde höher als jemals zuvor." Zu einem ähnliche Schluss kommt auch das Portal Check24.

Die EEG-Umlage fällt für alle Stromverbraucher in Deutschland an und wird als staatlicher Teil der Stromkosten erhoben. Mit ihr soll der Ausbau der erneuerbaren Energien finanziert werden. Sie ist im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) festgelegt.

Ziel der Senkung bislang nicht erreicht

Zum 1. Januar war die EEG-Umlage um rund 43 Prozent reduziert worden - von 6,5 Cent pro Kilowattstunde (KWh) auf 3,7 Cent. Damit werde sie 2022 auf den niedrigsten Stand seit zehn Jahren sinken, hatte der ehemalige Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) nach der Ankündigung im Oktober gesagt. "Ein Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 5000 kWh zahlt dadurch knapp 167 Euro weniger für die Finanzierung des Ausbaus der erneuerbaren Energien", teilte Check24 heute mit.

Die starke Absenkung im Vergleich zu den Vorjahren lässt sich im Kern auf die Entwicklung der Strombörsenpreise und auf die Bundeszuschüsse zurückführen. Die Förderung von erneuerbaren Energien wird seit 2021 teilweise durch den Bundeshaushalt finanziert, getragen unter anderem durch die Einnahmen aus der eingeführten CO2-Bepreisung. Bis 2020 wurden die gesamten Kosten für den Ausbau noch aus der EEG-Umlage gezahlt. Die Reduzierung sei eine gute Nachricht für Verbraucherinnen und Verbraucher, so Altmaier im Oktober. Denn er erwarte, dass die Energieversorger diese Senkung an ihre Stromkunden weitergeben.

Das scheint zumindest vorerst nicht der Fall zu sein. "Bislang senken nur wenige Versorger die Preise", heißt es von Check24. Ob und in welcher Höhe die Entlastung durch die EEG-Umlage in diesem Winter tatsächlich noch bei den Endkunden ankommt, hänge auch von der weiteren Entwicklung des Börsenstrompreises ab.

Lindner sichert finanzielle Unterstützung zu

Laut einer Studie von Check24 aus dem November hatten bereits zu dem Zeitpunkt 192 Grundversorger ihre Strompreise für 2022 erhöht oder zumindest Erhöhungen angekündigt. Im Durchschnitt läge die Anhebung bei neun Prozent und beträfe rund 1,6 Millionen Haushalte. Für einen Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 5000 kWh hieße das: zusätzliche Kosten von durchschnittlich 146 Euro pro Jahr.

21 Stromgrundversorger hätten ihre Preise zum Jahreswechsel dagegen gesenkt - um durchschnittlich 2,3 Prozent. Davon profitieren danach rund 1,2 Millionen Haushalte. Im Schnitt spare ein Musterhaushalt etwa 37 Euro im Jahr. Der Strompreis erreichte den vergangenen Monaten immer wieder neue Rekordhochs. Hauptgrund sind die explodierenden Preise im Großhandel für Erdgas, Steinkohle sowie CO2-Emissionszertifikate, die steigende Nachfrage nach Elektrizität und geringere Erzeugungskapazitäten aufgrund des Kohleausstiegs.

Angesichts der hohen Energiepreise sicherte Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) gestern einigen Verbrauchern finanzielle Unterstützung zu. Gerade für Menschen mit geringem Einkommen sei die Entwicklung der Energiepreise eine echte Belastung, sagte er beim traditionellen Dreikönigstreffen der FDP in Stuttgart. Man wolle die Bürger auch langfristig entlasten, etwa durch den kompletten Wegfall der EEG-Umlage. Aber es müsse auch kurzfristiger gehandelt werden.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 06. Januar 2022 um 21:30 Uhr.