Ladesaeule fuer Elektroautos an einem Autohof | picture alliance / SvenSimon

E-Autos im Sommer Gut gekühlt oder große Reichweite?

Stand: 22.08.2022 17:06 Uhr

20 bis 40 Grad - bei dieser Außentemperatur laufen Elektroautos am besten. Doch wenn es zu heiß wird, kann das den Batterien schaden und zu einer geringeren Reichweite der Autos führen.

Von Aydogan Makasci, hr

Um bis zu einem Drittel könnte die Leistung der Batterien in Elekroautos sinken, wenn die Temperaturen über die 35-Grad-Marke steigen - heißt es vom ADAC Südbaden. Vermehrte Einsätze der Pannenhelfer sind die Folge. Das sei aber kein spezifisches Problem von E-Autos: Auch Verbrenner leiden laut dem ADAC unter heißem Wetter, auch da würden die Batterien oft den Geist aufgeben.

Aydogan Makasci

Die Elektroautos haben ein ganz anderes Problem: die Reichweite. "Bei hohen Temperaturen nimmt diese etwas ab", so ADAC-Unternehmenssprecher Andreas Hölzel. Das liege an der benötigten Kühlung. Um bis zu 15 Prozent werde der Energieverbrauch durch Klimaanlagen erhöht, rechnet der ADAC Südbaden vor. Das verringere die Reichweite der E-Autos deutlich.

Höhere Fehlerraten bei Ladesäulen

Der Automobilclub hat auch Tipps parat, wie ein Liegenbleiben auf der Strecke verhindert werden kann: zum Beispiel im Schatten parken oder die Klimaanlage maßvoll einsetzen. Sören Ziems, Co-Gründer der App elvah, die bei der Suche nach Ladestationen hilft, teilt diese Einschätzung und ergänzt: "Auch langsames Laden und sparsames Fahren helfen."

Allerdings will Ziems das Thema Reichweite bei hohen Temperaturen auch nicht überbewertet wissen. Die möglichen Einbußen beziffert er auf etwa vier Prozent, für Fahrerinnen und Fahrer sei das kaum relevant. "Die Temperaturen stellen auch kein Sicherheitsrisiko dar, die Akkus sind nie direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt", sagt der Unternehmer. Auch das Laden gehe bei Hitze nicht schneller oder langsamer. Einen Unterschied gebe es aber, wenn es richtig heiß sei: "Wir sehen einen Effekt, dass die Ladesäulen teils höhere Fehlerraten haben."

Lithiumbatterien reagieren empfindlicher

Der Verband der Elektro- und Digitalindustrie (ZVEI) will sich nicht pauschal zu dem Thema äußern. Ab wann ein Leistungsabfall der Batterie eines Elektroautos einsetze und wie hoch dieser dann sei, sei abhängig vom Typ. Auch ab welcher Temperatur genau mit Einbußen zu rechnen ist, ist nach Angaben des ZVEI nur schwer zu sagen.

Fest stehe aber: "Lithiumbatterien reagieren generell empfindlicher auf Temperaturextreme als Bleibatterien", sagt Gunther Kellermann vom ZVEI. Am Ende heißt es also für jede Stromerin und jeden Stromer: Die Akkuanzeige immer gut im Blick behalten und so sparsam fahren wie möglich.