Eine Flugdrohne | dpa

EU-weit neue Regeln Was sich beim Drohnenführerschein ändert

Stand: 07.02.2021 00:53 Uhr

Seit Jahresanfang gelten EU-weit neue Regeln für das Fliegen von Drohnen. Es gibt eine Vielzahl von Ausnahmen und Sonderregeln. Die wenigsten Hobby-Drohnenpiloten kennen sich damit aus.

Von Constanze Schulze, BR

Wer darf wo, wann, fliegen? Wo bekomme ich einen Drohnenführerschein? Für welche Drohnen brauche ich überhaupt einen Führerschein? Die wenigsten Hobby-Drohnenpiloten kennen sich damit aus, weiß Jasper Heyden von der Drohnenschule Nürnberg. Heyden ist Spezialist, bundesweit leitet er 18 Drohnenschulen - unter anderem auch in Nürnberg. Er weiß, worauf es ankommt.

Führerschein notwendig für fast alle Drohnen

Auch draußen im Nirgendwo gelten klare Vorschriften. Wer seine Drohne in EU-Staaten starten will, benötigt seit Jahresbeginn einen EU-Kompetenznachweis A1 oder A3, den sogenannte kleine Drohnenführerschein. "Der kleine Führerschein ist für den Großteil der Drohnen notwendig, sobald die Drohne über 500 Gramm wiegt, bei einer Bestandsdrohne. Zur Zeit gibt es nur Bestandsdrohnen, weil es noch keine zertifizierten Drohnen gibt. Sobald ich also über 500 Gramm bin, benötige ich den Führerschein", so der Drohnenfluglehrer.

Ein Pilot steuert seine Drohne | Constanze Schulze/BR

Wichtigste Regel für Drohnenflüge: Der Pilot darf das Flugobjekt nie aus dem Blick verlieren. Bild: Constanze Schulze/BR

Online-Test beim Luftfahrtbundesamt

Dafür reicht ein Online-Test beim Luftfahrtbundesamt. Die Prüfung besteht aus 40 Multiple-Choice-Fragen, die innerhalb von 30 Minuten beantwortet werden müssen. Die Prüfung kann beliebig oft wiederholt werden. Der große Vorteil: Vorläufig ist das Ganze kostenlos.

Heyden rät daher, möglichst schnell den Schein abzulegen:"Der kleine Führerschein ist in A1 und A3 unterteilt. A3 heißt, ich bin mitten auf dem Feld, dann darf ich Drohnen bis 25 Kilo fliegen. Vorher musste ich ab fünf Kilo für jedes Bundesland eine eigene Genehmigung haben, die je nach Bundesland zwischen 50 und 350 Euro gekostet hat."

Welche Höhe ist erlaubt?

Laut dem EU-weit gültigen Führerschein darf die Drohne maximal 120 Meter hoch fliegen. Heyden weist allerdings auf eine Ausnahme hin: Bestehende Strukturen wie Gebäude oder Anlagen dürfen maximal mit 15 Metern Abstand überflogen werden. "Wenn ich zum Beispiel eine Windanlage inspizieren soll, darf ich, wenn die Windanlage 160 Meter hoch ist, 175 Meter hoch fliegen in einem Umkreis von 50 Metern um die Windanlage." Früher sei das eine sehr komplizierte Genehmigung gewesen, so Heyden. Voraussetzung sei natürlich, dass eine Erlaubnis des Windradbesitzers vorliege.

Das Mindestalter, um den EU- Kompetenznachweis erwerben zu können, ist 16 Jahre. Auch mit dem Schein in der Tasche gilt jederzeit: Der Pilot muss immer Sichtkontakt halten und darf die Drohne nicht aus den Augen verlieren.

Über dieses Thema berichtete NDR 1 Niedersachen, Regional Braunschweig am 04. Februar 2021 um 10:30 Uhr.