Formular für ein Telegramm | imago/Gerhard Leber

Zum 31. Dezember 2022 Deutsche Post stellt Telegramm ein

Stand: 29.12.2022 13:20 Uhr

Wer noch ein Telegramm verschicken will, muss das bis zum 31. Dezember tun. Denn ab dem 1. Januar 2023 gibt es den Dienst nicht mehr im Angebot der Deutschen Post. Grund dafür ist, dass zuletzt kaum noch Telegramme versendet wurden.

Die Deutsche Post bietet ab dem 1. Januar keinen Versand von Telegrammen mehr an. Das bestätigte eine Sprecherin der Deutschen Post auf Nachfrage von tagesschau.de.

Noch bis zum 31. Dezember 2022

Der Dienst sei noch bis zum 31. Dezember um 3 Uhr morgens nutzbar - online oder telefonisch. Die Zustellung erfolge dann noch am selben Tag, hieß es vom Unternehmen. Danach sei es nicht mehr möglich, einen Auftrag für ein Telegramm einzureichen.

Die Deutsche Post ist nach eigener Aussage eines der wenigen Postunternehmen weltweit, das bisher überhaupt noch ein Telegramm-Produkt anbietet.

Wurde zu wenig genutzt

Als Grund dafür die Entscheidung, das Telegramm nun aus dem Sortiment zu nehmen, nannte die Deutsche Post einen Rückgang der Nachfrage. Wie viele Telegramme zuletzt versendet wurden, konnte die Sprecherin nicht beziffern - dazu habe man keine Zahlen, hieß es.

Der vergleichsweise hohe Preis von mindestens 12,57 Euro für 160 Zeichen in der Basisversion sei aufgrund der Individualität, dem Aufwand in der Fertigung sowie der logistischen Herausforderung der Expresszustellung höher als bei anderen Briefprodukten, erklärte die Sprecherin.

Telegramme nutzten fast nur noch Unternehmen

Nach Aussage der Deutschen Post haben zuletzt fast nur noch Unternehmen und Verwaltungen Telegramme in "nennenswertem Umfang" versendet - etwa bei Firmenjubiläen oder als Einladungen. Doch auch bei diesen Kunden seien die Aufträge über den vergleichsweise teuren Nachrichtenkanal immer weniger geworden.

Von der Deutschen Post hieß es: "Entweder sie setzen auf digitale Kommunikationsmittel oder individuell gestaltete Briefe, die bei der Zustellung einen ähnlich hohen Aufmerksamkeitseffekt erzielen wie Telegramme".

Galt lange als weltweit schnellste Art der Kommunikation

Damit verschwindet etwa 170 Jahre, nachdem der Amerikaner E. P. Smith das Telegramm 1852 etablierte, eine Art der Kommunikation, die weltweit lange als schnellste Art galt. In knappen Zeilen wurden zunächst besonders wichtige politische oder militärische Nachrichten übermittelt - später dann auch private, etwa zu Hochzeiten oder Geburten.

Bezeichnend für das Telegramm: eine gekürzte Sprache und das Weglassen von Personalpronomen und Adjektiven - jedes Wort und jedes Zeichen kostete schließlich Geld. Wahlweise konnten Kundinnen und Kunden Schmuckblätter auswählen - eine Art Deckblatt etwa mit gedruckten Blumen.