Bundesnetzagentur | picture alliance/dpa

Bundesnetzagentur Verkaufsstopp für 23 Millionen Produkte

Stand: 28.01.2022 13:14 Uhr

Die Bundesnetzagentur hat im vergangenen Jahr den Verkauf von fast 23 Millionen verbotenen Produkten gestoppt - ein kräftiger Anstieg gegenüber 2020. Vor allem der Onlinehandel ist betroffen.   

Die Bundesnetzagentur hat 2021 den Verkauf von fast 23 Millionen verbotener Produkte gesperrt. Darunter waren allein 7,7 Millionen Funkkopfhörer, die unzulässigerweise auf Frequenzen arbeiteten, die für sicherheitsrelevante Dienste wie Polizei oder Feuerwehr reserviert sind, wie die Aufsichtsbehörde heute mitteilte.

Auch extrem billige Messgeräte und ferngesteuerte Flugdrohnen wurden millionenfach für den Verkauf gesperrt. Hier bemängelte die Netzagentur häufig fehlende CE-Kennzeichnungen oder das Fehlen von Kontaktdaten des Anbieters.

Verbotene Produkte identifiziere die Bundesnetzagentur im Online- und im Einzelhandel, in Zusammenarbeit mit dem Zoll und bei Testkäufen, heißt es in der Mitteilung. Im Jahr 2020 hatten die Sperrungen noch 21 Millionen Produkte betroffen.

"Wichtiger Beitrag zum Verbraucherschutz"

"Die Bundesnetzagentur geht konsequent gegen nicht konforme Produkte vor und verhindert, dass sie am deutschen Markt weiter angeboten werden", sagte der Präsident der Aufsichtsbehörde, Jochen Homann. Dadurch leiste die Bundesnetzagentur einen wichtigen Beitrag zum Verbraucherschutz.

Der Löwenanteil der Sperrungen betraf den Onlinehandel. Hier ermittelte die Behörde insgesamt 1936 Produkte, die den europäischen Vorgaben nicht entsprachen. Sie wurden von den Plattformbetreibern gesperrt. Betroffen davon waren 21,4 Millionen einzelne Geräte. Online-Händler, die ihre Produkte in millionenfacher Stückzahl anbieten, stehen bereits seit Jahren besonders im Fokus der Ermittler, da sich bei vielen ihrer Produkte Sicherheitslücken auftun.

Zusammenarbeit mit dem Zoll

Aufgrund von Kontrollen im deutschen Einzelhandel erließ die Netzagentur 23 weitere Vertriebsverbote und forderte in weiteren 1095 Fällen zur Behebung von Mängeln auf. Häufig ging es um LED-Beleuchtungsmittel und Netzteile. Der Zoll, mit dem die Bundesnetzagentur zusammenarbeitet, um nicht konforme Produkte bereits an der europäischen Außengrenze zu stoppen, meldete im vergangenen Jahr rund 6500 verdächtige Warensendungen an die Bundesnetzagentur. In rund 91 Prozent der Fälle erfolgte keine Freigabe der Produkte für den deutschen Markt, weil eindeutige Mängel vorlagen. Insgesamt waren rund 320.000 Produkte betroffen.

Die Bundesnetzagentur empfiehlt Verbrauchern, online nur bei seriösen und bekannten Quellen zu bestellen. Vorher sollten sie sich über den Anbieter informieren, beispielsweise bei der Verbraucherzentrale. Einen Hinweis könnte auch der Preis geben: Er solle im Vergleich zu Mitbewerbern plausibel sein, lautet ein Tipp der Behörde für Onlinebestellungen.      

Über dieses Thema berichtete MDR aktuell am 28. Januar 2022 um 13:49 Uhr.