Nur vereinzelt sind Reisende am Terminal 2 des Flughafen Frankfurt unterwegs | dpa

Bilanz der Schlichtungsstelle Rekord bei Beschwerden über Bahn und Flüge

Stand: 27.12.2020 08:48 Uhr

Zug ausgefallen, Flug storniert - im Corona-Jahr 2020 hatte die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr viel zu tun. Vor allem wegen der Wartezeiten auf Erstattungen beschwerten sich rund 41.000 Kunden.

Nie zuvor haben sich so viele Menschen in Deutschland an die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (Söp) gewandt wie im Corona-Jahr 2020. Gründe waren Probleme bei Stornierungen von Flug- und Bahnreisen, vor allem bei den Erstattungen dafür. Insgesamt 41.000 Beschwerdefälle erwarte die Einrichtung bis zum 31. Dezember, berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf ihre vorläufige Jahresbilanz.

Den Flugverkehr betrafen demnach 84 Prozent der Anfragen. Im Vergleich zum Vorjahr nahm die Zahl der Beschwerdefälle laut dem "Handelsblatt" um fast 60 Prozent zu. Beim Bahnverkehr stieg die Zahl der Beschwerden wegen Corona-bedingter Reisestornierungen bis November sogar um 76 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. 

Monatelanges Warten

Der Geschäftsführer der Beschwerdestelle, Heinz Klewe, sagte der Zeitung, dass Verbraucher zwar Verständnis dafür hätten, dass aufgrund der Corona-Pandemie die gesetzliche Frist für die Ticketkosten-Erstattung von sieben Tagen nicht zu halten sei. "Wenn aber selbst mehrere Monate später das Geld immer noch nicht auf dem Konto ist, wächst der Ärger."

Seit September gehe die Zahl der Beschwerden allerdings erkennbar zurück - laut Klewe ein Hinweis darauf, dass die Fluggesellschaften "das Problem mit der Erstattung der Ticketkosten wieder in den Griff" bekommen hätten.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 27. Dezember 2020 um 11:00 Uhr in den Nachrichten.