Omega Seamaster 300

Absatzplus im vergangenen Jahr Schweizer Uhren gefragt wie nie

Stand: 24.01.2023 14:19 Uhr

Schweizer Uhren sind weltweit bekannt, geschätzt und erweisen sich nun auch noch als krisenfest: Ungeachtet der allgemeinen Konsumflaute wegen Inflation und Ukraine-Krieg, gab es im vergangenen Jahr einen Absatzrekord.

Mit Ausfuhren im Wert von 24,8 Milliarden Franken hat die Schweizer Uhrenindustrie einen Absatzrekord im vergangenen Jahr erreicht. Das teilte der Verband der Schweizerischen Uhrenindustrie (FH) mit.

Die Verkäufe entsprechen einem Plus von 11,4 Prozent gegenüber dem Jahr 2021. Im Vergleich zum ersten Corona-Jahr 2020 wurden die Erlöse sogar um 46,1 Prozent gesteigert. Vor knapp drei Jahren brach bei den ersten Lockdowns der Reiseverkehr ein und viele Geschäfte waren lange geschlossen.

Zuwächse trotz schwachem China-Geschäft

Vor allem in die USA und China wurden die Uhren aus Schweizer Produktion, viele davon im teuren Luxussegment, verkauft. Dabei litt der chinesische Markt in den vergangenen Monaten noch unter Einschränkungen durch die Pandemie in dem wichtigen Absatzmarkt. Nach den Lockerungen seit einigen Wochen stellt der Verband auch hier wieder eine steigende Konsumlaune fest.

Gefragt sind die Schweizer Uhren aber im restlichen asiatischen Raum mit zweistelligen Zuwachsraten in Japan, Taiwan oder Singapur. Deutschland liegt im Absatz-Ranking der Schweizer Uhrenindustrie auf Platz 7. Gleichzeitig kämpft der Verband aber auch seit Jahren gegen gefälschte Uhren, vor allem aus China. Jedes Jahr werden bis zu drei Millionen beschlagnahmt, aber Experten zufolge ist dies nur die Spitze eines Eisbergs.

Billig und teuer verkaufen sich besonders gut

Nach Preisregionen lief der Absatz ebenfalls im vergangenen Jahr unterschiedlich. Währung in der Preisspanne zwischen 200 und 500 Franken (entspricht 200 bis 500 Euro) ein Absatzrückgang von 24 Prozent verzeichnet wurde stiegen die Verkaufszahlen von Produkten unterhalb von 200 Franken um knapp sechs Prozent.

Uhren in den teureren Segmenten sorgten aber erneut für gute Geschäfte: Die Preisspanne zwischen 500 und 3000 Franken legte um fünf Prozent zu. Luxus-Chronometer ab 3000 Franken verkauften sich sogar um 15,6 Prozent besser.

Swatch wächst dank "Moonswatch"

Einer der größten Schweizer Hersteller von Uhren in unterschiedlichen Preissegmenten hat nun seine Umsatzzahlen für das vergangene Jahr bekannt gegeben: Die Swatch Group mit Marken wie Swatch, Omega oder Glashütte Original steigerte ihre Erlöse auf 7,5 Milliarden Franken. Dies ist ein Plus von 2,5 Prozent. Um Währungseinflüsse bereinigt wuchsen die Verkäufe sogar um 4,6 Prozent.

Zum Verkaufsschlager entwickelte sich bei Swatch die vor neun Monaten lancierte Reihe Moonswatch. Mehr als eine Million Stück seien verkauft worden. Auch bei Swatch gingen in China die Umsätze wegen der Lockdowns um gut 700 Millionen Franken zurück. Im Januar sei es aber schon wieder aufwärts gegangen: "Die Verkaufssteigerungen in China im Januar bestärken die Erwartung der Gruppe zusätzlich, dass das Jahr 2023 zu einem Rekordjahr werden kann", so das Unternehmen.