Firmenzentrale des Stahlkonzern ThyssenKrupp | dpa

Sparmaßnahmen im Stahlgeschäft ThyssenKrupp streicht die nächsten 2000 Jobs

Stand: 08.02.2013 11:49 Uhr

Der Industriekonzern ThyssenKrupp setzt den Stellenabbau der vergangenen Jahr fort. In seinem europäischen Stahlgeschäft will der Konzern bis 2015 etwa 500 Millionen Euro einsparen. 2000 der bisher 27.600 Mitarbeiter der Tochterfirma Steel Europa verlieren demnach in den kommenden beiden Jahren ihren Arbeitsplatz. Auch die in Duisburg angesiedelte Verwaltung dieser Konzernsparte sei davon betroffen.

Firmenzentrale des Stahlkonzern ThyssenKrupp | dpa

ThyssenKrupp hofft durch den Personalabbau auf hohe Einsparungen. Bild: dpa

Abbau weiterer Jobs möglich

ThyssenKrupp kündigte an, dass weitere 1800 Jobs durch mögliche Verkäufe von Geschäftsfeldern wegfallen könnten. Die angekündigten Schritte müssten aber noch von den Gremien bestätigt werden und stünden unter dem Vorbehalt von Gesprächen mit Vertretern der Arbeitnehmerseite.

Die IG Metall fordert den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen. "Niemand bei ThyssenKrupp darf arbeitslos werden", verlangte IG-Metall-Bezirksleiter Knut Giesler. Die Rechnung für vergangenes Missmanagement dürfe nicht den Beschäftigten ausgestellt werden.

Der Konzern erklärte, angesichts des äußerst schwierigen Marktumfelds seien "einschneidende strukturelle Anpassungen und operative Verbesserungen zwingend erforderlich". Dabei würden auch "die Stilllegung, die Verlagerung oder der Verkauf von Geschäftseinheiten und Anlagen geprüft".

Milliardenverlust im vorigen Geschäftsjahr

Das abgelaufene Geschäftsjahr 2011/2012 hatte ThyssenKrupp mit einem Verlust von 4,7 Milliarden Euro abgeschlossen. Hintergrund waren Abschreibungen auf das Übersee-Stahlgeschäft mit Werken in Brasilien und den USA. Wegen der anhaltenden Probleme hatte der Konzern in den vergangenen Jahren bereits zahlreiche Stellen gestrichen. Ende 2008 beschäftigte das Unternehmen weltweit noch rund 197.000 Menschen. Bis zum Herbst 2012 war die Mitarbeiterzahl bereits auf 152.000 gesunken.

Der weitere Stellenabbau soll das Stahlgeschäft des Konzerns wettbewerbsfähiger machen. Zugleich erhofft sich ThyssenKrupp davon einen wichtigen Beitrag zum Erfolg des Gesamtunternehmens.

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KOMMENTARE

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ophorus 08.02.2013 • 16:18 Uhr

Woher kommen Durchhalteparolen

wie "Deutschland Exportweltmeister", wenn immer weniger Menschen Arbeit haben, und immer mehr Firmen Leute entlassen oder ganz zusperren? WO wird produziert???? Nur noch in der Waffenindustrie?