Hintergrund

Plakat mit der Forderung nach einer Löhnerhöhung um sechs Prozent | Bildquelle: picture alliance / Sophia Kembow

Lohnforderungen und Abschlüsse 2017 Der Kampf um den Tarifvertrag

Stand: 30.11.2015 13:58 Uhr

Die Konjunktur in Deutschland soll 2017 weiter anziehen. Ökonomen erwarten ein Plus zwischen ein und zwei Prozent. Die Gewerkschaften fordern in den Tarifverhandlungen deutliche Lohnerhöhungen. Hier ein Überblick über die Tarifrunden 2017.

Die deutsche Wirtschaftsleistung soll 2017 das achte Jahr in Serie zulegen. Ein Wachstum zwischen einem und zwei Prozent sei wahrscheinlich, sagen nicht nur Bundesregierung und Bundesbank, sondern auch die "fünf Wirtschaftsweisen" und die großen Wirtschaftsforschungsinstitute.

Die Gewerkschaften sehen darum genügend Spielraum für deutliche Lohnerhöhungen Denn wenn die Wirtschaft wächst, dann verdienen die Unternehmen normalerweise auch mehr Geld - und davon sollen die Mitarbeiter profitieren. Die Arbeitgeber sind naturgemäß anderer Meinung. Schließlich halten sie den Aufschwung angesichts der Risiken durch weltweite Konflikte keineswegs für stabil.

Tarifkonflikte und Arbeitskämpfe sind darum programmiert. Einen Überblick über die großen Tarifrunde 2017 finden Sie hier:

Tarifrunden des Jahres 2017
BranchePersonal*Lohnforderung (Gewerkschaft)Abschluss
Öffentlicher Dienst (Länder)855.2006,0% (ver.di)2,0% (2017), 2,35% (2018)
Textilindustrie (West)76.3004,5% (IG Metall)2,7% (2017), 1,7% (2018)
Eisen- und Stahlindustrie96.2005,0% (IG Metall)2,3% (2017), 1,7% (2018)
Groß- und Außenhandel (mehrere Länder)300.0005,8% (ver.di)2,5% (2017), 2,0% (2018)
Systemgastronomie100.0006,0% (NGG)2,6%
Versicherungsgewerbe173.1004,5% (ver.di)2,0% (2017), 1,7% (2018)
Postbank18.0005,0% (ver.di)1,7% (2017), 0,9% (2018), 2,3% (2019)

*Quelle: WSI-Tarifarchiv;

Anm. d. Red.: Die Tabelle zeigt nur die prozentualen Lohnforderungen und Tarifabschlüsse. Sonderregelungen wie Einmalzahlungen, Ergebnisbeteiligungen, Lohnanstiege um feste Summen (für alle Beschäftigten unabhängig vom jeweiligen Einkommen), Urlaub usw. haben wir nicht aufgeführt, um die Tabelle übersichtlicher und vergleichbar zu halten.

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