Strommasten und Solarbäume

EU-Kommission verhängt Bußgelder Millionenstrafe gegen Stromkartell

Stand: 05.03.2014 17:05 Uhr

Die EU-Kommission hat ein Stromkartell wegen verbotener Absprachen mit einer Millionenstrafe belegt. Die beiden führenden europäischen Strombörsen für den sogenannten Spothandel - die EPEX Spot und die Nord Pool Spot (NPS) - müssten 3,65 Millionen beziehungsweise 2,33 Millionen Euro zahlen, teilte die EU-Kommission in Brüssel mit. Beiden Börsen wurden demnach zehn Prozent der eigentlich fälligen Strafen erlassen, weil sie ihren Rechtsbruch zugaben und kooperierten.

An Spotbörsen wird Strom sehr kurzfristig gehandelt, nämlich für denselben oder den nächsten Tag, wie die Kommission erläuterte. Die EPEX und die NPS hatten demnach vereinbart, sich auf diesem Markt keine Konkurrenz zu machen, und europäische Gebiete unter sich aufgeteilt. Diese Marktaufteilung lief laut Kommission über sieben Monate in den Jahren 2011 und 2012.

Strommasten und Solarbäume

Die Kartellabsprachen haben laut EU den Strom verteuert.

Börsenkartell trieb Strompreise nach oben

Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia stellte einen Zusammenhang zwischen dem Kartellfall und den Strompreisen her. Das Verhalten der Unternehmen habe den Wettbewerb stark gestört: "In einer Zeit, in der die europäischen Verbraucher besorgt sind über immer höhere Stromrechnungen, bin ich besonders zufrieden darüber, dass wir der von EPEX und Nord Pool Spot abgesprochenen Marktaufteilung ein Ende setzen konnten", erklärte Almunia.

Strom im Wert von 40 Milliarden Euro gehandelt

Die Nord Pool Spot ist norwegisch, die EPEX Spot mit Hauptsitz Paris gehört zur Hälfte der Leipziger Strombörse EEX. Dort hat sie auch einen Standort. An Strombörsen kaufen und verkaufen Unternehmen Energie. "Ohne Strombörsen könnten die Elektrizitätsmärkte nicht effizient funktionieren", sagte Almunia. 2013 sei Strom im Wert von mehr als 40 Milliarden Euro in der gesamten EU kurzfristig gehandelt worden.

In einem anderen Fall müssen die rumänische Strombörse Opcom und ihre Muttergesellschaft Transelectrica 1,03 Millionen Euro Strafe zahlen, weil sie ausländischen Händlern den Marktzugang erschwert haben.

Strompreise im EU-Vergleich

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KOMMENTARE

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G-Townler 06.03.2014 • 01:45 Uhr

Peanuts

Unglaublich, bei 40 Mrd. derartig geringe Strafen zu verhängen ist ja reiner Hohn. Das zahlen die Unternehmen doch aus der Portokasse. Bei derartig geringen Strafen fällt es den Unternehmen anderer Branchen garantiert leicht, Preise zu manipulieren um noch mehr Gewinne zu erwirtschaften. Die paar Peanuts als Strafe kann man ja auch gleich einkalkulieren und sich über die EU köstlich amüsieren.