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Arbeitsplatzabbau bei Technikkonzern Siemens streicht 15.000 Stellen

Stand: 29.09.2013 17:49 Uhr

Der Siemens-Konzern baut im Zuge des laufenden Sparprogramms 15.000 Stellen ab. Das sagte ein Konzernsprecher der Agentur Reuters. Davon fielen rund 5000 in Deutschland weg. Über rund die Hälfte der 15.000 Jobs sei mit den Arbeitnehmervertretern bereits ein Interessensausgleich vereinbart. Über den verbleibenden Teil seien die Gremien bereits im Bilde, die Arbeitsplätze würden bis Herbst 2014 abgeschafft.

Joe Kaeser

Siemen-Chef Kaeser will in dem Unternehmen 15.000 Stellen abbauen.

Betriebsbedingte Kündigungen sollen vermieden werden

Die Verhandlungen seien soweit abgeschlossen, Siemens wolle die grassierenden Spekulationen über das Thema nun beenden, sagte der Sprecher. Bisher sei es zu keinen betriebsbedingten Kündigungen gekommen, dies solle auch weiter so bleiben. Im Inland ist der konjunkturanfällige Sektor Industrie am stärksten von den Einschnitten betroffen. Dort fielen rund 2000 Arbeitsplätze weg, in den Segmenten Energie und Infrastruktur & Städte seien es je 1400.

Die Belegschaft von Siemens werde zunächst insgesamt allerdings nicht schrumpfen, zum Geschäftsjahresschluss Ende September werde im Jahresvergleich der Beschäftigtenstand in etwa bei 370.000 weltweit stagnieren. Während die Münchner in manchen Bereichen Personal einsparen, würden in Wachstumsfeldern neue Leute eingestellt.

Stellenabbau mit der IG Metall "nicht zu machen"

Für die IG Metall kam die Ankündigung überraschend: Die Gewerkschaft habe vorab keine Informationen über den Stellenabbau bekommen, sagte Vorstandsmitglied Jürgen Kerner, der auch im Siemens-Aufsichtsrat sitzt, dem BR: "Wir sind maßlos enttäuscht." Kerner sprach von "schlechtem Stil" und kündigte an, dass mit der IG Metall ein "so großer Abbau nicht zu machen" sei.

Weiter hohe Gewinne, aber weniger Aufträge

Das Unternehmen habe im vergangenen Geschäftsjahr das zweitbeste Betriebsergebnis seiner Geschichte erzielt. Der Gewinn nach Steuern aus dem fortgeführten Geschäft sank aber um 30 Prozent auf 5,184 Milliarden Euro. Zu verkaufende Geschäftsteile, vor allem das Solargeschäft, machten 595 Millionen Euro Verlust.