Lkw mit einer abgedeckten Großlieferung im Hafen von Feodosia am 11. Juli - mutmaßlich handelte es sich dabei um die Siemens-Gasturbinen, die rechtswidrig auf die Krim gebracht wurden.

Siemens-Turbinen auf der Krim Neue EU-Sanktionen gegen Russland

Stand: 04.08.2017 17:10 Uhr

Die Annexion der Krim durch Russland hat für Moskau weitere EU-Sanktionen zur Folge. Grund ist die Weiterleitung von Siemens-Gasturbinen auf die ukrainische Halbinsel. Betroffen sind drei Unternehmen und drei Privatpersonen.

Von Kai Küstner, ARD-Studio Brüssel

Die Schwarze Liste der EU wird länger: Gegen insgesamt drei russische Firmen und drei Einzelpersonen zusätzlich verhängt die Europäische Union nun Strafmaßnahmen. Die neuen Sanktionen sind eine direkte Folge dessen, dass kürzlich verbotenerweise Gasturbinen des deutschen Siemens-Konzerns auf der Krim aufgetaucht waren.

Kai Küstner

Russland hatte die Halbinsel im Zuge der Ukraine-Krise im Jahr 2014 annektiert. Wegen der daraufhin verhängten EU-Sanktionen ist es seitdem europäischen Unternehmen verboten, dort Geschäfte zu machen.

Siemens: Wurden Opfer eines russischen Kunden

Siemens beteuert, zum Opfer eines russischen Kunden geworden zu sein: Entgegen vertraglicher Vereinbarungen habe das Unternehmen die gelieferten Turbinen auf die Krim gebracht, heißt es aus der deutschen Konzernzentrale.

Die EU teilt offenbar diese Sicht der Dinge und sieht die Schuld eindeutig bei russischen Unternehmen: Unter den Firmen, die nun auf der Schwarzen Liste landen, befindet sich auch genau jenes, das die Gasturbinen auf die Krim geliefert hat. Wie aus EU-Kreisen verlautet, war es ein ausdrücklich deutscher Vorschlag, die Sanktionen auszuweiten.

Heftiger Kritik sieht sich Siemens trotzdem ausgesetzt. Denn Warnungen, die Maschinen könnten auf der annektierten Halbinsel landen, kursierten schon seit Jahren.

Ablehnung der neuen US-Sanktionen

Nicht im Zusammenhang stehen die neuen Strafmaßnahmen mit der jüngsten Entscheidung der USA, ihre eigenen Sanktionen gegen Moskau zu verschärfen. Gegen die stemmt man sich in der EU - aus Angst davor, dass auch europäische Unternehmen von den Maßnahmen in Mitleidenschaft gezogen werden könnten.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 04. August 2017 um 17:00 Uhr.

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KOMMENTARE

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wenigfahrer 04.08.2017 • 17:30 Uhr

Eine nette Entschuldigung

und es hat gerade gepasst, man muss die Sanktionen der USA nicht mittragen sondern kann selber welche machen. Das ist aber auch Energiesektor, denn ohne diese keine Strom auf der Krim. Oder ist jetzt Strom keine Energie. Es wird wohl auf der Welt auch noch andere geben die ähnliche Turbinen bauen, ist zwar ein Aufwand wegen alles Umstellen aber Siemens geht ein Kunde verloren. Was aber sicher nicht schlimm ist. Eins wird aber sicher auf lange Zeit nicht passieren, das die Krim nicht mehr zur RF gehört. Russland würde das Gesicht verlieren und passiert ganz sicher nicht, ich bin gespannt wie das weiter geht. Irgendwann ist die ganze Welt von 1-2 Stellen aus mit Sanktionen belegt, aber ändern wird sich dadurch nichts. Gruß