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Moody´s stuft Moskau auf Baa3 herab Russlands Kreditwürdigkeit sinkt weiter

Stand: 17.01.2015 02:39 Uhr

Die US-Ratingagentur Moody's hat die Kreditwürdigkeit Russlands von der Note Baa2 auf Baa3 herabgestuft. Das Unternehmen begründete dies unter anderem mit dem Absturz des Rubelkurses und dem schwachen Ölpreis. Moody's rechnet mit einem Schrumpfen der russischen Wirtschaft um 5,5 Prozent im laufenden Jahr.

Baa3 liegt nur eine Stufe über dem "Ramschniveau". Ab diesem Bereich gelten Anleihen als spekulativ, weshalb viele Investoren dann auf ein Engagement verzichten.

Moody´s deutete bereits eine weitere Abstufung an. Zur Begründung hieß es, dass der Ölpreisverfall und die Verwerfungen am Devisenmarkt die ohnehin unterdurchschnittlichen mittelfristigen Wachstumsperspektiven weiter beschädigten.

Rubelverfall, Ölpreis, Sanktionen

Russland wird derzeit von einem heftigen Währungsverfall erschüttert. Innerhalb eines Jahres hat der russische Rubel gegenüber dem Dollar rund die Hälfte des Wertes eingebüßt.

Die russische Wirtschaft und der Staatshaushalt leiden vor allem unter dem Einbruch des Ölpreises, die westlichen Sanktionen wegen der Ukraine-Krise verschärfen die Lage.

Bei den beiden anderen großen Ratingagenturen wird Russland jeweils mit BBB- bewertet.

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KOMMENTARE

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Izmi 17.01.2015 • 10:58 Uhr

10:23 von elcondorpasa

"Jewgeni Primakov, ehemaliger russischer Geheimdienstchef, Minister und Ministerpräsdident(...)fordert nämlich einen grundlegenden politischen und ökonomischen Kurswechsel. Die Versuche der Rückkehr zur staatlichen Kommandowirtschaft sollen abgebrochen und die Brücken zum Westen wieder begehbar gemacht werden. Putin solle den Weg der Konfrontation beenden und anerkennen, dass der Donbass zur Urkaine gehört. (...) Genau diese ökonomischen Konsequenzen sehen die Ratingagenturen auch." Klar, dass das der Hintergrund für die Ratings ist! Nur schön, dass es auch mal ausgesprochen wird, worum es wirklich geht: Um eben einen "ökonomischen Kurswechsel" zur völligen Öffnung des russischen Marktes für "West"-Investitionen, nett umschrieben mit "Brücken begehbar machen". Und das möglichst zum Billig- oder noch besser Nulltarif wie bei Jelzin. Weiter muss das ostukrainische Problem gleich mit im selben Sinne gelöst werden. Russische eigenständige Politik ist da nicht gefragt.