Reallöhne 2011 um ein Prozent gestiegen Inflation frisst großen Teil der Lohnerhöhung auf

Stand: 06.02.2012 13:08 Uhr

Die hohe Inflation im vergangenen Jahr hat die teils kräftigen Lohnerhöhungen zum großen Teil aufgefressen: Die Reallöhne stiegen 2011 lediglich um 1,0 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Die Nominallöhne lagen den vorläufigen Angaben zufolge zwar im Schnitt um 3,3 Prozent höher als 2010 - die Verbraucherpreise kletterten aber im gleichen Zeitraum um 2,3 Prozent nach oben.

Vor allem der weitere Abbau der Kurzarbeit, höhere Tarifabschlüsse und Sonderzahlungen führten dazu, dass die Löhne im vergangenen Jahr kräftig anstiegen. Laut Statistik lagen sie im ersten und im zweiten Quartal 2011 sogar um gut vier Prozent höher als 2010. Im dritten Quartal stiegen sie noch um 3,0 Prozent, im vierten Quartal dann nur noch um 2,1 Prozent. In den letzten drei Monaten des Jahres reichte dieser Zuwachs der Nominallöhne nicht mehr aus, um den hohen Anstieg der Preise auszugleichen: Im vierten Quartal sanken die Reallöhne laut Statistik um 0,2 Prozent.

Kräftige Inflation

Die Inflationsrate lag im vergangenen Jahr in allen vier Quartalen über zwei Prozent, die Verbraucher mussten vor allem für Benzin und Diesel sowie Öl und Gas zum Heizen deutlich mehr zahlen. In den vergangenen zehn Jahren waren die Verbraucherpreise deutlich stärker als die Nettolöhne und -gehälter gestiegen. Die Inflationsrate von Januar 2002 bis November 2011 betrug demnach 17 Prozent, der Anstieg der Löhne und Gehälter nur 11,2 Prozent. Im Jahr 2008 etwa stiegen die Reallöhne nur um 0,5 Prozent, im Krisenjahr 2009 sanken sie um 0,4 Prozent, und auch im Wachstumsjahr 2010 kletterten sie nur um 1,5 Prozent.

Gewerkschaften geben sich kämpferisch

In diesem Jahr wollen die Gewerkschaften für die Arbeitnehmer mehr herausholen: Sie haben Lohnforderungen von fünf bis sieben Prozent angekündigt. Verhandlungen stehen im öffentlichen Dienst, in der Metall- und Elektroindustrie, im Bankgewerbe, in der chemischen Industrie, in der Textil- und Bekleidungsindustrie, im Kfz-Gewerbe und im Hotel- und Gaststättengewerbe an. Die Ausgangssituation sei aber "ungünstiger als im Vorjahr", erklärte jüngst die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung, denn es werde allgemein mit einer Stagnation der wirtschaftlichen Entwicklung gerechnet.

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