Blick auf Finanzdistrikt von London

Ratingagentur reagiert auf Konjunkturschwäche Moody's stuft Großbritannien herab

Stand: 23.02.2013 00:05 Uhr

Die US-Ratingagentur Moody's hat Großbritannien die Bestnote für die Kreditwürdigkeit entzogen. Die Agentur stufte die Bonität des Landes von Aaa auf Aa1 herab. Als Gründe nannte Moody's die schwache Konjunktur und die hohe Verschuldung Großbritanniens.

Moody's erklärte, Hauptursache für die Herabstufung sei "die wachsende Klarheit, dass das Wirtschaftswachstum Großbritanniens trotz einer bemerkenswerten strukturellen wirtschaftlichen Stärke in den kommenden Jahren mau bleiben wird". Durch die steigenden Schulden verschlechtere sich die Fähigkeit der Regierung, Schocks aufzufangen, hieß es weiter. Dieser Trend werde sich zunächst auch nicht umkehren.

Ausblick für Aa1-Rating stabil

Die konjunkturelle Schwäche des Landes wird laut Moody's wohl noch einige Jahre anhalten. Gleichwohl mache die grundsätzlich vorhandene Wirtschaftskraft Großbritanniens und politischer Wille eine finanzielle Konsolidierung möglich. Der Ausblick für das neue Rating Aa1 sei jedenfalls stabil. Bei den beiden anderen großen Ratingagenturen, Fitch und Standard & Poor's, hat London noch die höchste Kreditwürdigkeit, allerdings mit negativem Ausblick.

Finanzminister: "Sachliche Erinnerung an Schuldenprobleme"

Finanzminister George Osborne teilte mit, die Senkung der Kreditwürdigkeit sei eine "sachliche Erinnerung an die Schuldenprobleme unseres Landes". Er kündigte eine entschlossene Fortsetzung der Reformpolitik an.

Seit der Finanzkrise im Jahr 2008 steckt Großbritannien tief in der Schuldenfalle. Das Land ist nach internationalen Statistiken mit 86 Prozent des Bruttoinlandsproduktes verschuldet. Die 2010 angetretene Regierung von Premierminister David Cameron hatte versucht, die Neuverschuldung mit massiven Haushaltskürzungen in den Griff zu bekommen. Das Konzept ging bisher jedoch nicht auf.

Britisches Pfund seit Monaten auf Talfahrt

Experten gehen davon aus, dass das Haushaltsdefizit von zuletzt knapp sieben Prozent 2013 wieder steigen wird. Der Kurs des britischen Pfundes ist seit Monaten auf Talfahrt, sowohl im Vergleich zum Euro als auch zum US-Dollar. Die britische Notenbank hatte vor kurzem erklärt, die Inflation werde in den nächsten Jahren nicht auf die Zielmarke von zwei Prozent zu drücken sein, sondern eher bei drei Prozent liegen.

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KOMMENTARE

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sepp_mairhubr 23.02.2013 • 05:52 Uhr

lach

jaja... so kanns kommen... als cameron vor wochen sagte, wir brauchen europa nicht, schrieb ich in der tagesschau: england braucht europa, europa braucht aber england nicht! das wird ihm irgendwann einleuchten. wenn man eine industrienation über 40 jahre lang abbaut um einen geldhandelsplatz zu ethablieren, mit dem man geld scheffeln kann - nur: dem finanzhandelsplatz geht es nur so lange gut, wie das geld fliesst. wird es zäh und kommt nur noch haufenweise -AUWEIA! herr gauck hat recht "ihr briten, bleibt in der eu", ich höre da aber: steht zum euro, beteiligt euch daran, nur so schaffen wir ein einiges, starkes europa. da bin ich mal gespannt, was nach dem aa1 kommt... gruss sepp