Flieger der Lufhansa am Flughafen in Düsseldorf. Bald könnten die Maschinen wieder am Boden bleiben.

UFO verkündet Einigung im Tarifstreit Lufthansa und Flugbegleiter finden Kompromiss

Stand: 30.06.2016 15:12 Uhr

Gute Nachricht für Lufthansa-Reisende: Der Konzern hat sich laut Gewerkschaft UFO mit den Flugbegleitern auf einen Kompromiss im Tarifstreit geeinigt. Details der Schlichtung unter Leitung von Brandenburgs Ex-Ministerpräsident Platzeck seien aber noch zu klären.

Die Lufthansa und ihre Flugbegleiter haben ihren lang anhaltenden Tarifkonflikt nach Angaben der Gewerkschaft UFO beigelegt. In der Schlichtung unter Leitung des früheren brandenburgischen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck liege "ein umfassendes Schlichtungsergebnis vor, das von beiden Seiten akzeptiert wurde", teilte UFO mit.

Die Vereinbarung sei aber "noch en Detail aufzuarbeiten". UFO und die Lufthansa luden zu einer Pressekonferenz am Dienstag ein, auf der die Ergebnisse verkündet werden sollen. Dem wolle er nicht vorgreifen, sagte UFO-Verhandlungsführer Nicoley Baublies - fügte allerdings hinzu, jeder könne sich vorstellen, "dass wir nur einem Ergebnis zustimmen konnten, welches die Bedürfnisse unserer Mitglieder wahrt".

Urabstimmung der UFO-Mitglieder nötig

Bereits zu Beginn der Schlichtungsgespräche im Januar hatten sich beide Seiten auf eine kurzfristige Gehaltssteigerung und Grundzüge zur künftigen Alterssichterung der etwa 19.000 Flugbegleiter bei der Kernmarke Lufthansa geeinigt. UFO hatte dabei akzeptiert, dass vom Unternehmen künftig nur noch fest definierte Rentenzuschüsse bezahlt werden, nicht aber die absolute Höhe der Zahlungen garantiert wird. Das Risiko besonders niedriger Zinsen geht damit auf die Beschäftigten über.

Die Annahme des Schlichterspruchs steht noch unter dem Vorbehalt einer Urabstimmung der mehr als 10.000 bei der Lufthansa beschäftigten UFO-Mitglieder. Noch offen sind zudem die parallelen Tarifverhandlungen des Unternehmens mit den Piloten. Für diese Verhandlungen gilt eine Frist zum 31. Juli, bis zu der verhandelt werden soll.

Die Flugbegleiter-Organisation hatte der Lufthansa im November den mit einer Woche längsten Streik in der Unternehmensgeschichte geliefert. Etwa 4700 Flüge fielen aus. Betroffen waren etwa 550.000 Passagiere.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 30. Juni 2016 um 14:00 Uhr.

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KOMMENTARE

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Dr.Who 30.06.2016 • 15:44 Uhr

mehr Vorteile für LH als für die Flugbegleiter.

Mit Baublis als Verhandlungsführer für UFO und Platzeck als inkompetenter "Schlichter" wird es wohl wieder mehr Vorteile für die Lufthansa geben als für die Flugbegleiter wie aus folgendem Satz festzustellen ist: "Das Risiko besonders niedriger Zinsen geht damit auf die Beschäftigten über." Wieso nicht 50% für Lufthansa und 50% für die Beschäftigten? Ich hoffe sehr, daß die Mehrheit der UFO Mitglieder diesen "Kompromiss" ablehnen wird. Mir ist es immer noch ein Rädsel wieso die UFO noch soviele Mitglieder noch hat. UFO ist nicht die richtige Gewerkschaft für das Lufthansa-Kabinenpersonal.