Bericht zur Insolvenz von Lehman Mit Bilanztricksereien in die Pleite

Stand: 12.03.2010 10:45 Uhr

Die US-Investmentbank Lehman Brothers stand schon Monate vor ihrer Insolvenz auf wackeligen Beinen. Mit Bilanztricks kaschierte das Wall-Street-Institut seine Probleme und führte so Anleger, Geschäftspartner und Aufsichtsbehörden in die Irre. Zu diesem Ergebnis kommt ein 2200 Seiten starker Untersuchungsbericht, den der zuständige Insolvenzrichter nun freigab.

Der eigens eingesetzte Ermittler Anton Valukas kommt zu dem Schluss, dass die Investmentbanker mit geschickten Buchungen einen Teil der Risiken aus den Büchern verschwinden ließen. Nach außen hin präsentierte sich Lehman Brothers damit als gesundes Institut.

Namentlich als Verantwortliche nennt Valukas den damaligen Lehman-Chef Richard Fuld sowie drei Finanzdirektoren. Der Sachverständige äußerte sich nicht zur Rechtmäßigkeit ihres Handelns, schätzt aber, dass es zu einer Strafverfolgung führen könnte. Vorwürfe erhob Valukas zudem gegen die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst and Young, die "unter anderem versagt hat, die unsauberen oder unangemessenen Angaben in den Finanzberichten zu hinterfragen".

Höhepunkt der Finanzkrise

Die Pleite von Lehman Brothers im September 2008 gilt als Höhepunkt der Finanzkrise. Ab diesem Zeitpunkt verloren die Banken jegliches Vertrauen untereinander. Nur das massive Eingreifen der Regierungen hielt die weltweiten Märkte notdürftig am Laufen. Die Zeche zahlen die Bürger.

Lehman Brothers hatte sich wie viele andere Finanzunternehmen mit kompliziert konstruierten Hypothekenpapieren verspekuliert. Lehman Brothers wurde im Eilverfahren zerschlagen, übrig blieben Zehntausende Geschädigte, darunter auch Kleinanleger aus Deutschland. Viele Staaten mussten der Finanzwirtschaft mit Milliardenhilfen unter die Arme greifen.

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