Ein Güterzug passiert auf dem Weg nach Norden den Bahnhof von Dabendorf (Archivbild). | dpa

Börsenprofis pessimistisch ZEW-Konjunkturausblick verdüstert sich

Stand: 13.09.2022 13:42 Uhr

Finanzmarktexperten erwarten eine deutliche Verschlechterung der Konjunktur. Das zeigt das aktuelle Konjunkturbarometer des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung ZEW.

Von Tamara Land, SWR

Die wirtschaftliche Lage wird sich in den kommenden Monaten deutlich verschlechtern. Zu dieser Einschätzung kommt das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung in seiner monatlichen Umfrage unter Finanzmarktexperten. Die Analysten und institutionellen Anleger schätzen sowohl die aktuelle Lage als auch die Entwicklung der kommenden sechs Monate negativer ein als noch im August.

Der entsprechende ZEW-Index sank um 6,6 Punkte auf minus 61,9 Punkte im September. Dies ist der dritte Rückgang in Folge. Hauptgrund dafür ist laut den Börsenprofis die sich verschärfende Energiekrise. "Die Aussicht auf Energieengpässe im Winter lassen die Erwartungen für große Teile der deutschen Industrie noch negativer werden", erklärte ZEW-Präsident Achim Wambach.

Pessimistischer Blick in die EU und nach China

Neben der Energiekrise bereiten den Finanzmarktexperten aber auch die Wirtschaftsaussichten für China Sorgen. Bereits die aktuellen statistischen Zahlen zeigten einen Rückgang von Auftragseingängen, Produktion und Exporten, so Wambach. Diese Tendenz dürfte sich weiter fortsetzen. Auch für die gesamte Euro-Zone sind die Konjunkturerwartungen gesunken. Für den aktuellen Index hat das ZEW 167 Analysten und institutionelle Anleger nach ihrer Einschätzung der Lage und ihren Erwartungen für die kommenden Monate gefragt.

Nicht nur die Finanzmarktexperten bewerten die konjunkturellen Aussichten negativ. Erst gestern hatte das Münchner ifo-Institut seine Konjunkturprognose drastisch gesenkt. Die Wirtschaftsforscher erwarten für dieses Jahr nur noch ein Wachstum von 1,6 Prozent. Im kommenden Jahr dürfte die Wirtschaft dann sogar um 0,3 Prozent schrumpfen. Das ifo-Institut warnte vor einer Winter-Rezession, ausgelöst durch die hohen Gaspreise.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 13. September 2022 um 04:38 Uhr.