Arbeitsmarktzahlen | dpa

Arbeitsmarkt im Juni Mehr Arbeitslose durch Ukraine-Flüchtlinge

Stand: 30.06.2022 10:23 Uhr

Die Bundesagentur für Arbeit hat erstmals auch Geflüchtete aus der Ukraine erfasst. Daher waren im Juni deutlich mehr Menschen erwerbslos gemeldet. Insgesamt sei der Arbeitsmarkt aber stabil, versicherte Bundesagentur-Chef Scheele.

Die Arbeitslosigkeit in Deutschland ist wegen der Erfassung ukrainischer Flüchtlinge erstmals seit Monaten wieder gestiegen. Im Juni waren 2,363 Millionen Menschen ohne Job. Das sind 103.000 mehr als im Mai, aber immer noch 251.000 weniger als vor einem Jahr, wie die Bundesagentur für Arbeit mitteilte. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,3 Punkte auf 5,2 Prozent.

"Arbeitsmarkt ist weiter stabil"

"Der Arbeitsmarkt insgesamt ist weiterhin stabil", sagte der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele. "Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung haben zwar im Juni kräftig zugenommen. Diese Anstiege gehen aber darauf zurück, dass die ukrainischen Geflüchteten nun in den Jobcentern erfasst und dadurch in der Arbeitsmarktstatistik sichtbar werden", sagte er. Für ihre Juni-Statistik griff die Bundesagentur auf Datenmaterial zurück, das bis zum 13. Juni vorlag.

Scheele scheidet in einem Monat aus dem Amt. Nachfolgerin wird von August an die frühere SPD-Parteichefin und Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles.

Weniger Kurzarbeit trotz Ukraine-Krieg

Die Kurzarbeit ist trotz der Folgen des Ukraine-Krieges weiter rückläufig. Im April wurde für 401.000 Menschen Kurzarbeitergeld gezahlt. Neuere Zahlen liegen nicht vor. Zwischen 1. und 26. Juni seien Anzeigen für weitere 35.000 Personen eingegangen. Ob für diese tatsächlich Kurzarbeit in Anspruch genommen wird, ist noch offen.

Die saisonbereinigte Erwerbslosenzahl stieg um 133.000. Auch darin schlägt sich der Statistikeffekt der Geflüchteten aus der Ukraine nieder, da im Juni die registrierte Arbeitslosenzahl in der Regel leicht zurückgeht.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 30. Juni 2022 um 06:37 Uhr.