Schlechtere Bonität wegen hoher Schulden Moody's stuft Japans Kreditwürdigkeit herab

Stand: 24.08.2011 03:56 Uhr

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Zum ersten Mal seit 2002 senkte Moody's die Bonitätsnote Japans.

Die Ratingagentur Moody's hat die Kreditwürdigkeit Japans herabgestuft. Die Bonitätsnote für Anleihen des japanischen Staates wurde um eine Stufe von Aa2 auf Aa3 gesenkt. Der weitere Ausblick für das Rating der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt werde aber unverändert mit "stabil" bewertet, teilte die Agentur mit.

Es war die erste Herabstufung Japans durch eine der drei großen Ratingagenturen seit der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe am 11. März dieses Jahres und seit der folgenden Reaktorkatastrophe in Fukushima. Die Auswirkungen der damaligen Ereignisse hätten die wirtschaftlichen Ereignisse noch verschärft, argumentierte Moody's.

Hohes Defizit und hoher Schuldenstand

Die Ratingagentur begründete ihre Entscheidung aber vor allem mit dem großen Haushaltsdefizit Japans und dem Anstieg der Gesamtverschuldung seit der weltweiten Wirtschaftskrise 2009. Japan hat unter allen Industrieländern die höchsten Staatsschulden. Diese summieren sich inzwischen auf rund 200 Prozent des Bruttoinlandsprodukt. Japan ist allerdings fast ausschließlich bei den eigenen Bürgern verschuldet. Die Gewohnheit der Einwohner, Staatsanleihen des eigenen Landes zu kaufen, wird es der Regierung laut Moody's weiter ermöglichen, sich Geld zu vergleichsweise niedrigen Zinsen zu leihen.

Japans Finanzminister Yoshihiko Noda betonte denn auch, dass das Vertrauen in Japans Staatsanleihen unbeschadet sei. Ministerpräsident Naoto Kan bezeichnete die Abwertung als "bedauerlich". Durch die Herabstufung der Kreditwürdigkeit wächst der Druck auf die Regierung, die öffentlichen Finanzen zu sanieren. In der kommenden Woche steht in Japan ein Wechsel an der Regierungsspitze an. Kan hatte seinen Rücktritt in Aussicht gestellt.

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