Prognose des Internationalen Währungsfonds Europa profitiert von niedrigem Ölpreis

Stand: 14.04.2015 16:45 Uhr

Sorgen um Griechenland und die Ukraine-Krise - dennoch geht der Internationale Währungsfonds davon aus, dass die Wirtschaft in Deutschland und der Eurozone zulegt. Hauptmotor der Konjunktur ist der niedrige Ölpreis und der schwache Euro.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) blickt wegen niedriger Ölpreise und der Euro-Schwäche optimistischer auf die Konjunktur in Deutschland. Die Analysten in Washington hoben ihre Wachstumsprognose für dieses Jahr von 1,3 auf 1,6 Prozent an. Allerdings bleibt der Fonds damit vorsichtiger als die meisten Forschungsinstitute und Banken-Ökonomen, die Europas größter Volkswirtschaft ein Plus von zwei Prozent zutrauen. Für 2016 setzte der IWF seine Prognose von 1,5 auf 1,7 Prozent herauf.

"Niedrigere Ölpreise schieben das Wachstum weltweit an", erklärte der IWF vor seiner Jahrestagung. Davon profitiert die exportabhängige deutsche Wirtschaft: Sie wird einerseits um Milliarden entlastet, andererseits bleibt vielen Kunden mehr Geld für den Kauf ihrer Produkte in der Tasche. Gleichzeitig verbilligt die Abwertung des Euro die Exporte in andere Währungsräume.

Schwacher Euro und EZB-Programm

Das hilft auch der Euro-Zone insgesamt: Für sie korrigierte der IWF die Prognose für dieses Jahr von 1,2 auf 1,5 Prozent nach oben, für 2016 von 1,4 auf 1,6 Prozent. Die Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank und das Anleihenkaufprogramm hätten ebenfalls einen positiven Effekt, so die Analysten. Ein deutlich verteuerter Dollar habe zudem der Exportwirtschaft geholfen. Produkte aus dem Euroraum werden dadurch auf wichtigen Märkten wie den USA billiger. Das erhöht die Absatzchancen. 2014 hatte die Wirtschaft in der Währungsunion lediglich um 0,9 Prozent zugelegt, im Jahr zuvor war der Währungsraum noch in der Rezession.

Warnung vor Griechenland-Austritt

IWF-Chefökonom Olivier Blanchard warnte aber zugleich vor Turbulenzen an den Finanzmärkten bei einem Scheitern der Schuldenverhandlungen mit Griechenland: "Eine griechische Krise kann nicht ausgeschlossen werden - es wäre ein Ereignis, dass Finanzmärkte erschüttern könnte", sagt Blanchard. IWF-Chefin Christine Lagarde hatte zuletzt aber betont, dass die Eurozone deutlich besser gegen eine solche Krise gewappnet sei.

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