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Studie der Internationalen Arbeitsorganisation ILO warnt Eurozone vor millionenfachen Jobverlusten

Stand: 11.07.2012 12:32 Uhr

In der Eurozone könnten nach Einschätzung der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) in den kommenden vier Jahren rund 22 Millionen Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen sein. Die Eurozone befinde sich in der schlimmsten Job-Krise seit ihrer Gründung 1999, sagte ILO-Generaldirektor Juan Somavia in Genf. Zurzeit sind laut ILO 17,4 Millionen Menschen ohne Beschäftigung.

"Ohne zielgerichtete Maßnahmen zur Erhöhung der Investitionen in der Realwirtschaft wird sich die wirtschaftliche Krise vertiefen und die Erholung des Arbeitsmarktes wird niemals beginnen", warnte Somavia. Nötig sei ein globaler Konsens darüber, dass Wachstum und Globalisierung viel stärker auf die Schaffung von Arbeitsplätzen ausgerichtet werden müssten. Auch in jenen Euro-Ländern, in denen seit 2008 wieder Arbeitsplätze geschaffen wurden - Deutschland, Belgien, Österreich, Luxemburg und Malta - gebe es "Anzeichen dafür, dass sich die Arbeitsmarktsituation nicht mehr weiter verbessert".

Besonders jüngere Arbeitssuchende betroffen

Schild mit der Aufschrift Arbeit
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Auch für den deutschen Arbeitsmarkt sieht die ILO steigende Gefahren.

"Die Folgen einer längeren Rezession auf dem Arbeitsmarkt wären besonders schlimm für junge Arbeitsuchende", betont die ILO. Bereits jetzt seien mehr als drei Millionen der Arbeitslosen in der Eurozone jünger als 24 Jahre. Insgesamt habe die Arbeitslosigkeit seit 2010 in mehr als der Hälfte der Euro-Länder zugenommen. "Mehr als ein Drittel der arbeitsfähigen Bevölkerung in der Eurozone ist entweder arbeitslos oder vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen, und die Langzeitarbeitslosigkeit nimmt immer mehr zu."

Das reale Bild wird laut ILO noch verschleiert, weil zahlreiche Unternehmen Beschäftigte in der Hoffnung auf eine Besserung der wirtschaftlichen Lage gehalten hätten. Wenn diese Erwartungen sich nicht erfüllen, könne dies rasch aufgegeben werden und zu "bedeutenden Jobverlusten" führen. "Alle Anzeichen deuten auf eine langandauernde Arbeitsmarkt-Rezession hin, die die Zukunftsfähigkeit der Einheitswährung bedroht."

Aktionäre statt Steuerzahler sollen Banken retten

Als Gegenmaßnahme empfiehlt die Organisation unter anderem die Vergabe von Krediten an kleine und mittelständische Firmen, die Jobs schaffen. Zugleich plädieren die Autoren der Studie dafür, bei Rettungsaktionen für Banken und Unternehmen die jeweiligen Aktionäre zur Kasse zu bitten statt dafür Steuergelder zu verwenden, die besser für Maßnahmen zur Schaffung von Arbeitsplätzen eingesetzt werden sollten.

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