Griechische und EU-Flagge in Athen

Griechenland gibt Fünf-Jahres-Staatsanleihe aus Rückkehr an den Kapitalmarkt

Stand: 09.04.2014 16:22 Uhr

Vier Jahre nach der Rettung vor dem Staatsbankrott durch ein internationales Milliardenhilfspaket wagt sich Griechenland wieder an den Kapitalmarkt zurück. Die Regierung in Athen beauftragte internationale Banken damit, eine über fünf Jahre laufende Staatsanleihe auszugeben. Das teilte das griechische Finanzministerium mit. Die Emission stehe unmittelbar bevor.

Welche Summe Griechenland dabei von privaten Investoren einsammeln will, teilte das Finanzministerium nicht mit. Sicher ist jedoch, dass die Zinsen dafür über den Zinsen liegen, die das Land an den Euro-Rettungsfonds zahlen muss.

Test für Griechenlands Kreditwürdigkeit

Die angekündigte Fünfjahresanleihe ist ein Test für die Kreditwürdigkeit des Landes und gilt als ein wichtiger Schritt hin zum erhofften Abschied vom internationalen Hilfsprogramm. Seit Griechenland im Jahr 2010 erstmals Finanzhilfe in Milliardenhöhe von der EU und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) in Anspruch nehmen musste, ist das Land von den mit strengen Spar- und Reformauflagen verbundenen Hilfszahlungen abhängig.

Die Regierung in Athen hofft, nach Abschluss des am Jahresende auslaufenden zweiten Hilfsprogramms wieder ohne die internationalen Hilfskredite auszukommen, da die damit verknüpften Bedingungen das Land innenpolitisch vor eine Zerreißprobe stellen. Seit 2010 durchlebte das Land turbulente Regierungswechsel, heftige Proteste und Streiks sowie massenhafte Kritik aus dem Ausland. Erneut kam es heute zu landesweiten Streiks.

Neues Selbstbewusstsein

Die derzeit beruhigte Lage in der Eurozone will die Regierung in Athen nun offenbar für die Rückkehr an den Kapitalmarkt nutzen. Dies wird in der Eurozone als eine von mehreren Nachrichten gesehen, die Hoffnung machen: Nach jahrelanger Rezession soll die griechische Wirtschaft in diesem Jahr wieder wachsen.

Selbstbewusstsein schöpft die Regierung in Athen auch aus der Tatsache, dass Griechenland im vergangenen Jahr erstmals seit 1948 einen Primärüberschuss erzielte, also ein Etatplus ohne Schuldendienst. Die Eurozone hatte Griechenland in diesem Fall weitere Maßnahmen zur Schuldenerleichterung in Aussicht gestellt.