Fähnchen Griechenlands und der EU

Schuldenrückkauf noch nicht abgeschlossen Griechenland verlängert Frist für Anleihenkäufe

Stand: 10.12.2012 11:44 Uhr

Griechenland hat die Frist für sein Schuldenrückkaufprogramm bis Dienstag verlängert, um noch weitere Anleihen von Investoren annehmen zu können. Das teilte die Schuldenagentur des Landes mit. Ursprünglich sollte die Frist bereits am Freitag auslaufen.

Noch am Samstag hatte ein Regierungsvertreter erklärt, dem Land seien zu den gebotenen Rückkaufpreisen von rund 30 bis rund 40 Cent je Euro Anleihen-Nennwert Staatspapiere in der groben Größenordnung von rund 30 Milliarden Euro angeboten worden. Dieser Betrag wurde aber wohl doch nicht ganz erreicht.

Es fehlen noch bis zu fünf Milliarden Euro

Griechenland will mit gut zehn Milliarden Euro Anleihen im Umfang von rund 30 Milliarden Euro zurückkaufen. Damit würde das Land auf Basis der gebotenen niedrigeren Rückkaufkurse seinen Schuldenberg um knapp 20 Milliarden Euro verringern. Es soll beim Rückkaufprogramm aber noch eine Lücke von vier bis fünf Milliarden Euro bis zum Zielbetrag geben. Diese soll nun Medienberichten zufolge von den griechischen Banken geschlossen werden. Auch andere Privatanleger können sich noch melden.

Griechische Banken waren die ersten, die ihre Teilnahme am Schuldenrückkauf zugesagt hatten, zunächst im Umfang von zehn Milliarden Euro. Staatsanleihen im Nennwert von fünf Milliarden Euro sollen sie noch zurückbehalten haben. Sie wollten abwarten, wie sich die Hedgefonds und andere ausländische Privatanleger verhalten. Aus dieser Gruppe sollen sich Halter von Anleihen in Höhe von 15 bis 16 Milliarden Euro gemeldet haben. Demnach erreichte der Gesamtbetrag bis zum Ablauf der ersten Frist am vergangenen Freitagabend zunächst 25 bis 26 Milliarden Euro.

Ohne Rückkauf keine neuen Hilfen

Griechenland muss das Rückkaufprogramm bis zum 13. Dezember abschließen. Dann wird die Eurogruppe bei einem Sondertreffen unmittelbar vor Beginn des EU-Gipfels voraussichtlich Hilfen an Athen von insgesamt rund 44 Milliarden Euro endgültig freigeben, wie Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker kürzlich sagte. Für den in das Hilfsprogramm eingebundenen Internationalen Währungsfonds (IWF) ist ein abgeschlossener Schuldenrückkauf Athens Voraussetzung zur Auszahlung weiterer Kreditraten.

Griechischer Schuldenrückkauf

Die Regierung in Athen will eigene Staatsanleihen zurückkaufen, um damit die überhöhte Schuldenquote zu drücken. Wie die zuständige Behörde PDMA mitteilte, wurden den Haltern verschiedener Staatspapiere mit langen Laufzeiten Angebote von 30,2 bis 40,1 Prozent des ursprünglichen Werts gemacht. Sie läuft als "modifizierte holländische Auktion": Wer am wenigsten für seine Anleihen verlangt, erhält am ehesten den Zuschlag. Die Offerte endete am 11. Dezember.

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KOMMENTARE

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joshui 10.12.2012 • 20:09 Uhr

Ausgemerkelt @ — b_m

Ganz richtig. Es ist ein Schuldenschnitt, man gibt ihm nur einen anderen Namen und ..... der Schuldenrückkauf ist auch keine Reduzierung der Schulden, sondern in Wirklichkeit eine weitere Erhöhung der Schulden, weil die Verluste durch den Rückkauf ja noch hinzukommen, die werden nur so kaschiert und umgeschichtet, dass es wieder keiner merkelt. Auch hier gibt man dem Kind einfach einen anderen Namen. Keiner merkelt, dass die Gesamtlast tatsächlich immer grösser wird. Die Wenigsten merkeln, dass sie schon wieder mit Etikettenschwindel über den Tisch gezogen wurden und auch unsere Deutschen Risiken mit jeder neuen Schein-Rettung nur immer grösser werden. Wann hat es sich endlich ausgemerkelt.???