Poul Thomsen vom Internationalen Währungsfonds vor dem Finanzministerium in Athen.

Troika berät über Sparmaßnahmen Griechenlands Rentner müssen wohl noch mehr sparen

Stand: 09.09.2012 17:59 Uhr

In Griechenland sind die Kontrolleure der sogenannten Troika mit Finanzminister Ioannis Stournaras zusammengekommen, um über Sparmaßnahmen zur Rettung Griechenlands zu beraten. Die Troika, bestehend aus EU, Internationalem Währungsfonds und Europäischer Zentralbank, könnte das bisherige Sparpaket, dass einen Umfang von 11,5 Milliarden Euro hat, als nicht ausreichend ablehnen.

Poul Thomsen vom Internationalen Währungsfonds vor dem Finanzministerium in Athen.

Der IWF-Repräsentant Thomsen bei seiner Ankunft im Finanzministerium in Athen.

Daher soll es Planungen für eine Aufstockung des Pakets geben: Nach dpa-Informationen soll es einen Umfang von insgesamt 17 Milliarden Euro haben. Demnach lehnt die Troika einige Maßnahmen als unglaubwürdig oder nicht sicher greifend ab. Die Kontrolleure halten offenbar einige Posten für aufgebläht. Die Details des Sparprogramms sollen bis Ende der Woche bekanntgegeben werden. Offenbar müssen die Rentner und Arbeitnehmer die Hauptlast tragen.

Treffen der Regierungskoalition

Zuvor hatte der konservative Regierungschef Antonis Samaras gewarnt, sollte Griechenland den Euroraum verlassen, würde das Land "finanziell sterben". Er warb für die Zustimmung seiner Landsleute für das neue Sparpaket. "Dies werden die letzten Kürzungen sein", sagte er bei der Eröffnung der größten Messe Griechenlands in Thessaloniki. Er gab aber zu, dass einige Maßnahmen "ungerecht und sehr hart" sein würden. Er versprach, sie zurückzunehmen, sobald das Land wieder auf Kurs sei.

Nach den Beratungen mit der Troika ist ein Treffen des Regierungschefs mit den Chefs seiner Koalitionspartner, den Sozialisten, Evangelos Venizelos, und den Demokratischen Linken, Fotis Kouvelis, geplant. Dort soll Finanzminister Stournaras von dem Treffen mit der Troika berichten.

Die beiden linken Koalitionspartner hatten bereits erklärt, sie wollten Kürzungen der Renten und Löhne von Staatsbediensteten verhindern. Allerdings hatten beide auch betont, sie unterstützen die Regierung in ihrem Kampf gegen den Staatsbankrott.

Griechenlands Premier Antonis Samaras

Griechenlands Premier Antonis Samaras

Am Montag will sich Samaras mit der Troika treffen. Am Dienstag ist in Frankfurt ein Treffen mit dem Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, geplant.

Großdemonstration in Thessaloniki

Die Opposition und die Gewerkschaften mobilisierten am Samstagabend in der griechischen Hafenstadt Thessaloniki mehrere Tausend Menschen gegen die Pläne. Die Demonstranten warfen Samaras und seiner Koalitionsregierung vor, "den Befehlen der Geldgeber-Troika zu gehorchen und das Land und seine Menschen in die Katastrophe zu führen".

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KOMMENTARE

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Mars Invictus 10.09.2012 • 00:52 Uhr

@rex3 - Von Gehaltskürzungen bis zu den Strukturmassnahmen

Eine Menge. Denn die Sparprogramme werden in Zusammenarbeit entworfen und vielmehr sind die Griechen, die die Massnahmen beschließen und ausarbeiten. Die Troika überprüft nur und lehnt eventuell was ab oder ergänzt durch eine oder andere Idee. Also es gibt ein Programm im Gang und wird auch umgesetzt. Das Land reduziert sein Staatsdefizit ständig, es liegt im Moment bei 7.5%, 15.5% war es noch vor 2 Jahren, Unter 3% ist der Ziel, also gar nicht weit entfernt. Und das bei anhaltender Rezession, was die Anstregungen quasi verdoppelt. Und das die eigene Wirtschaft, das Fremdgeld deckt dann die Defizite, bis man die -eigentlich nicht mehr so weit entfernten - Maastrichtkriterien - erreicht. Es werden also doch Maßnahmen umgesetzt, die Fiskalische Konsolidierung ist die größte, die in so kurzer Zeit in einem demokratischen Lande unter normalen Umständen erreicht wurde und umfasst bis dato in 2 Jahren ganze 20% der Wirtschaftsleistung, wie eine neue Studie der Staatsbank von Irland beweist.