Hintergrund

Griechische Flagge

Knackpunkte in den Verhandlungen Darüber streiten Griechen und Geldgeber

Stand: 22.06.2015 22:59 Uhr

Mehrwertsteuer

Grundsätzlich hat Griechenland einer Erhöhung der Mehrwertsteuer zugestimmt. Gestritten wird über Bereiche und Sätze. Die Gläubiger wollen zwei Sätze: 23 Prozent als Standardsatz und elf Prozent für Lebensmittel, Arzneien, und die für die Tourismusbranche wichtigen Hotels. Griechenland hat ein dreistufiges System mit Sätzen von 7, 13 und 23 Prozent vorgeschlagen. Für Strom beispielsweise will Griechenland den regulären Steuersatz nicht akzeptieren. Derzeit hat Griechenland ebenfalls ein dreistufiges Mehrwertsteuersystem: Der Standardsatz liegt auch jetzt schon bei 23 Prozent, 13 Prozent werden beispielsweise für Strom, Wasser und Telefonie fällig. 6,5 Prozent werden auf Hotellerie erhoben.

Zum Vergleich: In Deutschland liegt der reguläre Steuersatz, auch für Strom, bei 19 Prozent. Die Geldgeber zeigen sich bei diesen Punkten verhandlungsbereit, aber die Zahlen müssten am Ende stimmen - sprich: Es muss genug Einnahmen geben.

Weitere Forderungen an Athen sind, das System von Steuerausnahmen einzuschränken, beispielsweise die Vorzugsbehandlung bei der Mehrwertsteuer für die rund 180 Ägäis-Inseln (außer Kreta). Deren Mehrwertsteuersätze liegen derzeit 30 Prozent unter denen im Rest des Landes. Griechenland hingegen will diese Steuerprivilegien möglichst beibehalten, die teuren Transportkosten für diese Inseln auszugleichen und den ärmeren Inselbewohnern zu helfen. Die Geldgeber fordern weiterhin, dass Griechenland Steuerbetrug stärker bekämpft.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 18. Juni 2015 um 20:00 Uhr.

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