Schäuble und Varoufakis

Eurozonen-Treffen zu Griechenland Finanzminister vertagen Entscheidung

Stand: 12.02.2015 01:20 Uhr

Beim Sondertreffen der Eurozone zu Griechenland konnten sich die Finanzminister nicht auf eine Verlängerung des Hilfsprogramms einigen. Der griechische Minister Varoufakis zog seine Zustimmung offenbar zurück. Am Montag soll es weitergehen.

Griechenland und die Euro-Partner haben sich nicht auf eine gemeinsame Erklärung zur finanziellen Rettung des Landes einigen können. Das sagte Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem am frühen Morgen nach mehr als sechsstündigen Beratungen in Brüssel. Die Verhandlungen sollen Montag nächster Woche fortgesetzt werden.

Schäuble und Varoufakis

Der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis (r.) traf in Brüssel auch auf seinen deutschen Amtskollegen Wolfgang Schäuble.

"Wir brauchen etwas mehr Zeit", sagte der Niederländer. Es sei um Schritte für die "nächsten Tage" gegangen. Ursprünglich sollten Experten der EU-Institutionen schon von Donnerstag an in Athen mit der griechischen Regierung sprechen. "Wir haben die Möglichkeit einer Verlängerung des Hilfsprogramms besprochen", so Dijsselbloem. "Wir sind aber noch nicht zu einer Schlussfolgerung gelangt."

Varoufakis zog offenbar Zustimmung zurück

EU-Diplomaten zufolge zog der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis seine Zustimmung für eine bereits vereinbarte Erklärung zurück und telefonierte längere Zeit mit der Regierung in Athen. Das aktuelle Hilfsprogramm der internationalen Geldgeber für Griechenland läuft nur bis zum 28. Februar. Danach könnte dem Euro-Land die Staatspleite drohen. Die neue, linksgerichtete Regierung lehnt eine Fortsetzung des Programms ab.

Varoufakis sprach von einer "guten, ausführlichen und konstruktiven Diskussion". Es habe viele verschiedene Meinungen gegeben. Er hoffe nun, dass es bei dem nächsten Treffen am Montag möglich sein werde, zu Schlussfolgerungen zu kommen, "die sowohl für Griechenland als auch für unsere europäischen Partner optimal sind". Das Ziel des Treffens am Mittwoch sei niemals gewesen, eine Einigung zu erzielen, sagte der Minister.

Die griechische Seite habe deutlich gemacht, dass sie durchaus mit der EU, der Europäischen Zentralbank (EZB) und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) kooperieren wolle. Drohungen von EU-Partnern habe er nicht gehört.

Schäuble: Gespannt auf Athens Vorstellungen

"Jedes Land ist völlig frei zu tun, was es will", hatte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble vor dem Treffen gesagt. Er sehe aber nur zwei Möglichkeiten: Entweder werde das laufende Hilfsprogramm "ordentlich zu Ende gebracht oder wir haben kein Programm". Wenn Athen das Programm verlasse, "dann sind wir ganz gespannt, was Griechenland für Vorstellungen hat", sagte Schäuble.

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KOMMENTARE

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Selbstaufklärer 12.02.2015 • 09:40 Uhr

08:04b_m- @ whisky 7:49"Auch wäre es ratsam, daß Länder

wie Griechenland ihren Importüberschuß abbauen müssen. Wenn sie mehr Griechische Produkte konsummieren würden, ginge es ihnen besser. Aber aus irgend einem Grund kaufen sie lieber Produkte aus dem Ausland." - Richtig, Panzer und anderes Waffenmaterial, welches nicht gebraucht wird-aus Deutschland! - Wenn die bisherigen Regierungen, mithilfe des Auslandes und der Presse im Lande, die EU so belügen konnten, wie einfach war es dann erst, das eigene Volk zu belügen! - Es bleibt dabei, die EU wurde belogen, das griechische Volk noch viel mehr! - Jetzt aber,wo sich endlich eine Möglichkeit bietet, die Korruption und Lügen zu durchbrechen, verweigern die belogenen und aus politischen Gründen bisher mitmachenden Regierungen, die erforderliche Solidarität! - Solidarität mit den Ärmsten, wie eine griechische Links/Rechts-Regierung es jetzt anstrebt, ist nicht das Konzept der z.Z. Regierenden in Europa! - Evtl., helfen die anstehenden Wahlen in der EU bald weiter!