Händler an der New Yorker Börse | picture alliance / newscom
Marktbericht

Erholung verpufft Schwerer Dämpfer an den Börsen

Stand: 18.05.2022 22:14 Uhr

Zinsängste, hohe Kursverluste von Einzelhändlern und trübe Konjunkturdaten haben die US-Börsen auf Talfahrt geschickt. Im Sog der Wall Street musste auch der DAX seine jüngsten Gewinne wieder abgeben.

Die Furcht vor Zinserhöhungen und trübe Konjunkturdaten aus den USA haben den Aufwärtstrend an den Börsen gestoppt. Nachdem die Aussicht auf mögliche Corona-Lockerungen in China gestern noch für einen Erholungskurs gesorgt hatte, brach der Dow Jones heute um satte 3,57 Prozent auf 31.490 Punkte ein.

Noch schlimmer erwischte es den marktbreiten S&P 500, für den es um 4,04 Prozent abwärts ging - sein höchster Tagesverlust seit Juni 2020. Der technologielastige Nasdaq 100 rutschte mit einem Minus von über fünf Prozent wieder unter die runde Marke von 12.000 Zählern. Experten zufolge traten die Sorgen der Anleger, dass eine zu straffe Gangart der US-Notenbank Federal Reserve die Konjunktur ausbremsen könnte, wieder in den Vordergrund.

US-Einzelhändler schocken Anleger

"Die Märkte mögen keine Unsicherheit", sagte Brooke May, Partnerin bei der Vermögensverwaltung Evans May. "Es ist unklar, wie weit die Fed gehen muss, um die Inflation in den Griff zu bekommen. Höhere Zinsen beeinträchtigen die Konsumausgaben und auch die Unternehmensgewinne." Fed-Chef Jerome Powell hatte zuvor sein Bekenntnis zum Kampf gegen die Inflation bekräftigt und aggressivere Zinserhöhungen nicht ausgeschlossen.

Hinzu kamen heute wenig erfreuliche Konjunkturdaten: Die US-Bauwirtschaft entwickelte sich im April eher schwach. Die Baubeginne gingen im April zum Vormonat zwar weniger stark zurück als von Analysten erwartet. Allerdings wurde der moderate Anstieg im Vormonat in einen deutlichen Rückgang revidiert. Außerdem fiel die Zahl der Baugenehmigungen im April noch etwas deutlicher als prognostiziert. Sie laufen den Baubeginnen zeitlich voraus und geben einen Hinweis auf die zu erwartende Bautätigkeit.

Zudem schockierten US-Einzelhändler die Anleger mit der Kürzung ihrer Prognosen. Nach dem Branchenriesen Walmart, dessen Aktienkurs gestern um mehr als elf Prozent eingebrochen war, war nun Target dran. Die Papiere fielen auf den tiefsten Stand seit November 2020. Der Börsenwert brach um mehr als ein Viertel ein. Der Einzelhändler verwies auf den deutlichen Kostenanstieg im ersten Quartal, wodurch man in diesem Jahr weniger profitabel wirtschaften dürfte als zunächst angepeilt. Die Walmart-Papiere verloren weitere 6,8 Prozent. Auch andere Wettbewerber verzeichneten zweistellige Verluste.

DAX gibt jüngste Gewinne wieder ab

Im Sog der fallenden Wall Street hat sich auch der DAX mit deutlichen Verlusten aus dem Handel verabschiedet. Der deutsche Leitindex schloss mit einem Minus von 1,26 Prozent nur ganz knapp über der bedeutenden Marke von 14.000 Punkten. Bis zum Nachmittag hatte sich der deutsche Leitindex lange leicht über dem Stand vom Vortag gehalten, bevor er durch die schwächelnden US-Börsen unter Druck geriet.

Gestern hatte die Hoffnung auf ein Ende der Lockdowns in China, die die Weltwirtschaft in den vergangenen Wochen ausgebremst hatten, den DAX noch auf den höchsten Schlussstand seit vier Wochen gehoben. Diese Gewinne sind nun beinahe wieder komplett futsch. "Es ist noch nicht an der Zeit, den Gesamtmarkt zu kaufen, und so kann sich die aktuelle Erholungsphase tatsächlich schnell als Eintagsfliege erweisen", kommentierte Experte Andreas Lipkow. Der DAX befinde sich in einer sehr wichtigen Phase, in der es für die Marktteilnehmer in den kommenden Tagen "um Sekt oder Selters" gehe. Um weitere Kursgewinne zu ermöglichen, sollte der Leitindex die runde Marke von 14.000 Punkten verteidigen.

Inflationssorgen bleiben groß

Andere Marktteilnehmer verwiesen mit Blick auf die negative Entwicklung auf die Zweischneidigkeit der guten Konjunkturdaten von gestern. Während die Experten der Commerzbank sie als Kurstreiber hervorhoben, erinnerte die niederländische Bank ING daran, dass eine gute Wirtschaftsentwicklung auch den Spielraum der Notenbanken für eine geldpolitische Straffung erweitert. Die hohen Verbraucherpreise stehen neben dem Ukraine-Krieg nun wieder stärker im Blickpunkt der Investoren. Steigende Zinsen begünstigen tendenziell festverzinsliche Wertpapiere wie Anleihen gegenüber Aktien.

Darüber hinaus schürt die Inflation auch Rezessionsängste. In Großbritannien sind die Verbraucherpreise im April um neun Prozent gestiegen und damit so stark wie seit 1982 nicht mehr. Die Inflation im Euroraum blieb im April weiter auf dem Rekordniveau von durchschnittlich 7,4 Prozent, wie das Statistikamt Eurostat heute auf Basis endgültiger Daten mitteilte.

Engpässe bremsen deutsche Industrie und Baugewerbe

Auch Wirtschaftsdaten aus Deutschland geben zur Wochenmitte kein unbedingt positives Bild zur konjunkturellen Lage. So hat sich der Auftragsbestand in der deutschen Industrie im März weiter um 0,6 Prozent zum Vormonat erhöht, wie das Statistische Bundesamt meldete. Grund dafür ist die schon vor dem Krieg in der Ukraine anhaltende Knappheit an Vorprodukten, die durch die Corona-Welle beim wichtigsten deutschen Handelspartner China noch verschärft wird. Der Auftragsbestand der Industrie lag im März um insgesamt 20,7 Prozent höher als ein Jahr zuvor.

Auch das Baugewerbe leidet unter anhaltendem Materialmangel und steigenden Baupreisen. Die deutsche Bauindustrie erwartet für die realen Umsätze im Bauhauptgewerbe 2022 nur noch "eine Entwicklung zwischen Null und minus zwei Prozent", so Präsident Peter Hübner vom Branchenverband HDB heute in Berlin. "Die Prognose steht zudem unter dem Vorbehalt, dass sich im weiteren Jahresverlauf keine weiteren Verschärfungen bei Energiepreisen und dem Bezug von Baumaterial ergeben." Die Schätzung sei daher vor allem ein Abbild der aktuellen Situation und spiegele die große Unsicherheit über die weiteren Folgen des Ukraine-Kriegs und die Sanktionen des Westens gegen Russland wider.

Euro rutscht unter 1,05 Dollar

Am Devisenmarkt überschatteten die Rezessionsängste die Spekulationen auf Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank (EZB). Der Euro fiel unter 1,05 US-Dollar. Nach Börsenschluss in New York wurden 1,0464 Dollar bezahlt. Notenbanken wandelten auf einem schmalen Grat, gab Anlagestratege Ambrose Crofton von der Vermögensverwaltung der US-Bank JPMorgan zu bedenken. Höben sie die Zinsen zu aggressiv an, stürzten sie die Konjunktur in eine Rezession. Seien sie zu passiv, drohe eine hartnäckige Lohn-Preis-Spirale.

Investoren gingen daher auf Nummer sicher und deckten sich mit der Weltleitwährung Dollar ein. Diese erhielt zusätzlichen Auftrieb vom erneuten Bekenntnis der US-Notenbank zum Kampf gegen die Inflation. Fed-Chef Jerome Powell schloss dabei drastischere Zinsschritte nicht aus.

Ölpreise geben deutlich nach

Die trübe Stimmung an den Finanzmärkten hat heute auch die Ölpreise belastet. Zuletzt kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 109,66 US-Dollar. Das waren 2,30 Dollar weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 2,28 Dollar auf 110,18 Dollar. Auch die US-Konjunkturdaten gelten als Grund. Denn eine schwächelnde Wirtschaft würde auch die Nachfrage nach Rohöl dämpfen.

Der Brent-Preis liegt damit deutlich unter seinem am Vortag erreichten Tageshoch von über 115 Dollar. "Zum einen sind die Hoffnungen auf mehr Lockerungen in China und eine entsprechende Erholung der Ölnachfrage im zweitwichtigsten Absatzmarkt noch zu vage, zum anderen ist das Ölembargo der EU gegen Russland fürs Erste nochmal verschoben", sagte Commerzbank-Experte Carsten Fritsch mit Blick auf die Entwicklung der gestern noch gestiegenen Preise.

Spekulationen auf eine sinkende Nachfrage durch die Inflation haben auch dem Höhenflug des Weizenpreises ein vorläufiges Ende beschert. Der europäische Future fällt um ein knappes Prozent auf 428 Euro je Tonne. Sein US-Pendant gibt 2,5 Prozent auf 12,445 Dollar je Scheffel nach. Offenbar dämpften die gestiegenen Preise die Nachfrage, sagte Warren Patterson, Chef-Rohstoffanalyst der ING Bank.

Russland will Kryptowährungen als Zahlungsmittel zulassen

Russland wird nach Darstellung von Handelsminister Denis Manturow Kryptowährungen als Zahlungsmittel zulassen. Da die Zentralbank und die Regierung daran arbeiteten, sei nun die Frage, wie entsprechende Währungen reguliert würden, sagte Manturow. "Aber allen ist eigentlich klar, dass es früher oder später in der einen oder anderen Form eingeführt werden wird." Die entsprechenden Vorschriften würden zuerst von der Zentralbank ausgearbeitet und dann von der Regierung. Über Kryptowährungen werden in Russland pro Jahr Transaktionen mit einem Volumen von schätzungsweise fünf Milliarden Dollar abgewickelt. Die Regierung in Moskau plant die Einführung eines digitalen Rubel.

Tesla nach Ausschluss aus S&P-ESG-Index unter Druck

Der Rauswurf aus einem US-Index für nachhaltige Unternehmen verstärkt den Verkaufsdruck bei Tesla. Die Aktien des Elektroautobauers gaben zeitweise mehr als sieben Prozent nach. Der Index-Anbieter S&P Dow Jones Indices hat das Unternehmen den Angaben zufolge aus dem Index S&P 500 ESG genommen. Grund hierfür seien der Umgang Teslas mit Untersuchungen von Unfällen im Zusammenhang mit der Autopilot-Funktion der Fahrzeuge und Rassismus-Vorwürfe. Tesla-Chef Elon Musk bezeichnete die Anlagekategorie ESG (Umweltschutz, Soziales und Unternehmensführung) in einem Tweet als "Schwindel" und warf dem Index-Anbieter vor, seine Integrität verloren zu haben.

RWE an DAX-Spitze

An der Frankfurter Börse sind heute vor allem Aktien aus dem Bereich Erneuerbarer Energien gefragt. Sie folgten der generell guten Branchenstimmung in Europa. Fantasie für langfristige Windkraftziele auf hoher See und ein Milliardenplan der EU für die Unabhängigkeit von russischer Energie galten als Treiber. Die Papiere des Energieversorgers RWE, der ebenfalls in der Windbranche vertreten ist, liegen mit einem Plus von knapp drei Prozent an der DAX-Spitze. Die Aktien erreichten das höchste Kursniveau seit 2011. Auch die Titel des Wettbewerbers Nordex und des Windpark-Betreibers Encavis legen deutlich zu.

Siemens Energy schluckt Windtochter

Auch Aktien der Windtochter von Siemens Energy, Gamesa, haben stürmisch um knapp 13 Prozent zugelegt. Der Grund dafür liegt allerdings vor allem an einem Übernahmeangebot durch Siemens Energy. Eine Meldung der Nachrichtenagentur Bloomberg hat Siemens Energy inzwischen bestätigt. Bei dem Vorhaben sollen die restlichen, noch nicht im Besitz des Unternehmens liegenden Anteile des Windkraftunternehmens erworben werden. Die Übernahme solle vollständig bar bezahlt werden. In einem weiteren Schritt könnte Siemens Gamesa dann von der Börse genommen werden. Die Papiere von Siemens Energy rückten 1,3 Prozent vor.

Commerzbank-Aktien gefragt - Übernahmefantasie zurück

Ebenfalls gefragt waren heute die Aktien der Commerzbank, die wieder von aufgeflammter Übernahmefantasie profitieren. Das in Medienberichten kolportierte Interesse der italienischen Unicredit wurde am Markt thematisiert. Laut der "Financial Times" (FT) haben die Italiener den Kauf des Frankfurter Konkurrenten erwogen, bevor der russische Angriffskrieg auf die Ukraine startete. Die Papiere des Bankhauses kletterten um über drei Prozent und waren damit bester Wert im MDAX. Die Erholung schreitet damit voran. Seit dem Tief Ende Juli summieren sich die Gewinne auf 22 Prozent. Das Frankfurter Institut bekräftigte derweil seinen Willen zur Unabhängigkeit. "Mit der Strategie 2024 wollen wir die Voraussetzungen dafür schaffen, dass die Commerzbank eigenständig bleiben kann", erklärte eine Sprecherin auf Anfrage.

Rohrkonzern Vallourec will deutsche Werke schließen

Der französische Stahlrohrkonzern Vallourec will seine beiden traditionsreichen Werke in Düsseldorf und Mülheim an der Ruhr schließen. Betroffen seien insgesamt rund 2400 Beschäftigte, teilte das Unternehmen heute mit. Die IG Metall sprach von einer "Katastrophe". Erst am Montag hatten rund 1000 Beschäftigte vor der Konzernzentrale in Paris für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze demonstriert. Die Produktion soll Ende 2023 eingestellt werden.

VW-Lkw-Holding Traton will Profitabilität spürbar heben

Die Volkswagen-Truckholding Traton peilt nach dem Einbruch der Geschäfte in der Corona-Krise 2020 und dem belastenden Halbleitermangel im zweiten Halbjahr 2021 die zügige Rückkehr zu bestehenden Margenzielen an. 2024 solle die operative Umsatzrendite neun Prozent erreichen, sagte Vorstandschef Christian Levin. Dank einer verbesserten Zusammenarbeit zwischen den Konzernmarken (MAN, Scania, Navistar) mithilfe des Baukastensystems von Produktionsteilen könne Traton effizienter werden. Diese ermögliche es den Münchenern, die nötigen Investitionen für den Schwenk hin zu unter anderem Elektroantrieben zu stemmen. Vergangenes Jahr hatte Traton 5,2 Prozent Marge vor Zinsen, Steuern und Sonderposten erzielt.

Uniper erwägt weiter Bau neuer Gaskraftwerke in Deutschland

Der Energiekonzern Uniper lotet trotz der Kostenexplosion beim Erdgas weiter Möglichkeiten zum Bau neuer Gaskraftwerke in Deutschland aus. "Uniper erwägt weiterhin, neue Gaskraftwerke in Deutschland zu bauen, um zur Versorgungssicherheit beizutragen" sagte Vorstandschef Klaus-Dieter Maubach heute auf der virtuellen Hauptversammlung des Konzerns. Die Umsetzung sei allerdings von verschiedenen Faktoren abhängig, etwa von der kommerziellen Ausgestaltung.

Gleichzeitig betonte Maubach die Bedeutung seines Unternehmens für die deutsche Energiewirtschaft. "Uniper importiert jährlich rund 370 Terawattstunden Gas und beliefert damit direkt zahlreiche Industrieunternehmen und Stadtwerke", sagte der Vorstandsvorsitzende. Diese Menge entspreche rund einem Drittel des durchschnittlichen jährlichen Gasverbrauchs in Deutschland.

Schwache Autoabsatzzahlen in Europa

Titel von VW, BMW und Mercedes-Benz halten sich im DAX-Mittelfeld auf. Die Auto-Verkaufszahlen in der EU ließen im April zu wünschen übrig. Lieferprobleme bremsten den Neuwagenmarkt deutlich. Im vergangenen Monat wurden 20,6 Prozent weniger Neuzulassungen in der Europäischen Union verzeichnet als im Vorjahresmonat, wie der Herstellerverband Acea mitteilte. Mit Ausnahme des ersten Pandemie-Jahres 2020 war dies demnach der schwächste April seit Beginn der Aufzeichnungen 1990. Insgesamt wurden 684.000 Neufahrzeuge verkauft. 

TUI will weitere Staatshilfen zurückzahlen

Der Reisekonzern hat für die Rückzahlung von Staatshilfen aus der Corona-Krise 425 Millionen Euro frisches Kapital eingesammelt. Mit dem frischen Geld und verfügbaren Barmitteln will TUI eine der beiden Stillen Einlagen des staatlichen Corona-Hilfsfonds WSF im Volumen von 671 Millionen Euro tilgen, heißt es in einer Unternehmensmitteilung von gestern Abend. Der Staat hatte TUI mit insgesamt 4,3 Milliarden Euro Finanzhilfen in der Corona-Krise vor dem Aus bewahrt.

Zeiss setzt Wachstumstrend im ersten Halbjahr fort

Carl Zeiss mit einem seiner größten Standorte in Jena hat seine gute Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr fortgesetzt. Der Umsatz des Elektronik- und Optikherstellers stieg in den ersten sechs Monaten des im Oktober begonnenen Geschäftsjahrs um 20 Prozent auf 4,1 Milliarden Euro, wie ein Sprecher heute mitteilte. Die Erträge vor Zinsen und Steuern (Ebit) lagen mit 736 Millionen Euro ebenfalls deutlich über dem Wert des Vorjahres (591 Mio). Alle Sparten des Unternehmens hätten zu der deutlichen Wachstumsdynamik beigetragen, trotz teilweise herausfordernder Rahmenbedingungen. Zeiss gehört zu den Traditionsunternehmen in Deutschland mit Gründungsort in Jena. Einer der Tochterfirmen ist das MDAX-Unternehmen Carl Zeiss Meditec AG.

Lufthansa-Großaktionär in den Aufsichtsrat?

Lufthansa-Großaktionär Klaus Michael-Kühne würde einen Aufsichtsratsposten bei der Fluggesellschaft nicht ausschlagen, teilte Kühnes Vertrauter Karl Gernandt im Namen des deutsch-schweizerischen Milliardärs am Vormittag mit. Kühne hatte seine Beteiligung an der Lufthansa auf mehr als zehn Prozent aufgestockt. Kühne strebt nach eigenen Angaben für die Lufthansa eine stabile Kapitalstruktur und eine aktionärsfreundliche Dividendenpolitik an. Dem Milliardär gehören die Mehrheit Schweizer Logistikkonzern Kühne + Nagel sowie 30 Prozent an der Hamburger Reederei Hapag-Lloyd.

Dermapharm profitiert von Impfstoff-Produktion

Der Arzneimittelhersteller hat sein Betriebsergebnis (Ebitda) um fast 18 Prozent auf 75,1 Millionen Euro gesteigert. Trotz des Ukraine-Kriegs und der Lockdowns in China sei die "permanente Lieferfähigkeit" aufrechterhalten worden. Der Umsatz legte um rund neun Prozent auf 231,6 Millionen Euro zu. Gute Verkäufe von Schmerz- und Entzündungsmitteln und Allergiepräparaten, aber auch die Produktion von Impfstoffen für BioNTech sorgten für die Steigerungen. Die Dermapharm-Titel brachen jedoch am SDax-Ende um 13,4 Prozent ein. Experte Alexander Thiel vom Analysehaus Jefferies attestierte dem Arzneimittelhersteller ein lediglich durchwachsenes erstes Quartal.

Saudischer Staatsfonds kauft sich bei Nintendo ein

Ein Staatsfonds aus Saudi-Arabien ist neuer Großaktionär von Nintendo. Der Public Investment Fund (PIF) kaufte einen Anteil von fünf Prozent, wie heute aus einer Mitteilung an das japanische Finanzministerium hervorging. Das Aktienpaket hat einen Wert von rund drei Milliarden Dollar. Ein Nintendo-Sprecher sagte dem Finanzdienst Bloomberg, das Unternehmen habe aus den Medien vom Einstieg erfahren. Der saudische Fonds baut damit seine Beteiligungen in der Spielebranche aus. Im Februar gab der PIF bereits Anteile von jeweils mehr als fünf Prozent an den japanischen Games-Anbietern Nexon und Capcom bekannt. Der Fonds ist auch Anteilseigner beim Spielekonzern Activision Blizzard, der gerade von Microsoft übernommen wird.

Air France-KLM schließt Luftfracht-Kooperation

Die Airline Air France-KLM und die französische Reederei CMA CGM schließen sich zu einem Luftfracht-Bündnis zusammen. CMA CGM soll über eine Kapitalerhöhung mit bis zu neun Prozent bei dem Luftfahrtkonzern einsteigen, die Partnerschaft sei zunächst auf zehn Jahre angelegt, teilten die beiden Unternehmen mit. Air-France-Aktien legten an der Börse in Paris rund drei Prozent zu. Die gemeinsame Flotte soll aus zehn Flugzeugen bestehen - sechs von Air France-KLM und vier von CMA CGM. Zwölf weitere Maschinen seien bestellt. Die gemeinsame Frachtflotte wäre die Nummer acht weltweit.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 18. Mai 2022 um 09:05 Uhr.