Interview

Face.com-Übernahme: Facebook im Visier der Datenschützer "Gesichtserkennung ist ein sehr problematisches Feld"

Stand: 19.06.2012 15:11 Uhr

Die automatische Gesichtserkennung auf Bildern im Internet ist höchst umstritten. Davon unbeeindruckt hat Facebook mit der Übernahme von Face.com einen weiteren Schritt in diese Richtung gemacht. Datenschützer müssten nun aufpassen, meint der Computer-Experte Jörg Schieb im Interview mit tagesschau.de.

tagesschau.de: Wer ist Face.com und was kann diese Software?

Jörg Schieb: Dahinter steckt eine kleine, relativ junge israelische Firma, die bislang nur eine einzige Software entwickelt hat, nämlich eine App für Smartphones. Damit können Facebook-Nutzer in ihrem Gerät Freunde auf Fotos markieren. Das heißt, wenn sie auf einem Facebook-Foto einen Freund sehen oder auch sich selbst, können sie diese Person markieren und Facebook mitteilen, wer auf diesen Fotos zu sehen ist.

ARD-Computerexperte Jörg Schieb zur umstrittenen Gesichtserkennung
tagesschau24 11:30 Uhr, 19.06.2012

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

tagesschau.de: Was verspricht sich Facebook von dem Kauf?

Schieb: Facebook setzt sehr stark auf Gesichtserkennung und bietet solche Funktionen bereits an. Nur bislang war das auf die Web-Anwendung  beschränkt. Face.com hat eine Anwendung entwickelt, die auf Smartphones läuft. Facebook will ja verstärkt im Mobilbereich aktiv werden, und deshalb ist diese Anwendung so interessant.

Darüber hinaus hat Face.com diese Anwendung auch so offen und flexibel gestaltet, dass jeder andere Software-Entwickler in der Lage ist, über sogenannte Schnittstellen diese Funktionen zu benutzen, so dass noch viel mehr Funktionen, Programme und Apps in der Smartphone-Welt denkbar sind, die genau dasselbe oder Ähnliches anbieten. Facebook verspricht sich also mehr Trittfestigkeit im Mobilbereich und mehr Menschen, die diese Gesichtserkennung nutzen.

Tauziehen mit den Datenschützern steht bevor

tagesschau.de: Bei Datenschützern dürften alle Alarmglocken angehen - ist diese Sorge berechtigt?

Schieb: Gesichtserkennung ist ein sehr problematisches Feld. Man kann den Menschen jetzt ja nicht mal raten: 'Lade keine Fotos von dir hoch, wenn du nicht erkannt werden willst.' Das Problem ist ja, dass andere Nutzer eventuell Fotos von mir hochladen können und mich dort markieren. Da hat man dann sehr wenig oder gar keine Kontrolle mehr.

Deswegen müssen die Datenschützer hier vollkommen zurecht sagen, da müssen wir aufpassen. Jetzt gibt es ein Tauziehen darum, was Facebook anbieten möchte und darum, was die Datenschützer zulassen. Da muss die sinnvolle Mitte gefunden werden zwischen dem, was sinnvoll und vertretbar ist, und dem technisch Machbaren.

Das Interview führte Katrin Prüfig, tagesschau24

Darstellung: