Jugendliche in Frankreich

EU-Gipfel in Brüssel Hilfe für die "Génération perdue"

Stand: 27.06.2013 12:22 Uhr

Die 27 Staatschefs der EU wollen in Brüssel ein sechs Milliarden schweres Maßnahmenbündel beschließen, um der Jugendarbeitslosigkeit den Kampf anzusagen. Kanzlerin Merkel nimmt an dem Treffen teil - und ist nicht in Gönnerlaune.

Von Sabine Henkel, WDR-Hörfunkstudio Brüssel

Die deutsch-französische Freundschaft lebt. Eine gemeinsame Vorlage für den Gipfel beweist es, ausgearbeitet von Angela Merkel und dem französischen Präsidenten François Hollande. Die beiden wollen, dass die Eurozone enger verzahnt wird. Die Länder, die den Euro haben, sollen sich also besser abstimmen. Und damit das auch funktioniert, haben sich beide folgendes ausgedacht: "Wir sind uns einig", sagt Hollande, "dass der Eurogruppenchef hauptamtlich arbeiten soll".

Krisenzeiten sind nicht vorbei

Bisher macht das der Niederländer Jeroen Dijsselbloem nebenbei. Und auch die Staats- und Regierungschef der Eurozone sollen mehr arbeiten und sich einmal im Monat in Brüssel treffen - wie in guten alten Krisenzeiten. Damit keiner denkt, diese Zeiten seien schon vorbei. Das betont auch der italienische Ministerpräsident Enrico Letta. Er spricht von einem Albtraum und meint die Jugendarbeitslosigkeit in Europa.

Griechenland, Spanien, Italien, Portugal sprechen von einer verlorenen Generation und auch der Franzose Hollande beklagt die "Generation perdue" und den daraus resultierenden Groll gegenüber den Regierungen. "Soll man sie diesem Groll überlassen", fragt Hollande?

EU-Gipfel: Merkel bestimmt den Ton
S. Henkel, WDR Brüssel
27.06.2013 08:32 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

"Lächerliche sechs Milliarden"

21 Milliarden Euro will Hollandes sozialistische Partei von den europäischen Partnern für den Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit. Sechs Milliarden Euro wollen die aber nur geben. Lächerlich, meint auch Parlamentspräsident Martin Schulz und verweist auf die Milliarden zur Bankenrettung.

Kanzlerin Angela Merkel hört Präsident François Hollande zu.
galerie

Merkel und Hollande wollen, dass die Eurozone enger verzahnt wird. (Archiv)

Außerdem hält er nichts davon, arbeitslose junge Leute zwischen den EU-Staaten hin und her zu schieben. "5000 junge Spanier und Spanierinnen zur Ausbildung nach Deutschland zu bringen, löst kein einziges Problem. Was wir in Spanien brauchen, ist eine nachhaltige Erholung der Wirtschaft." Der spanischen Wirtschaft geht es wie der in den südlichen Nachbarländern. Sie liegt im Koma. Da soll sie raus. Nur wie?

Mittlerweile kommt auch Bundeskanzlerin Merkel das Wort Wachstum leicht über die Lippen, allerdings nicht, weil sie die Sparvorgaben lockern will. Geschweige denn, dass sie vor der Bundestagswahl noch eine europäische Entscheidung von Tragweite treffen wird.

Merkel ist nicht in Gönnerlaune

Die Bundeskanzlerin macht Wahlkampf und deshalb kommt sie nicht in Gönnerlaune zum Gipfel: "Wenn immer nur geguckt wird, wo ist der nächste Geldtopf zu bekommen, dann ist das nicht das erste. Sondern das erste ist, sich zu überlegen, wie werden wir gemeinsam wettbewerbsfähiger, wie können wir alle unsere Hausaufgaben machen. Und wer dann noch Solidarität und Unterstützung braucht, kann auf diesem Fundament dann auch Unterstützung bekommen."

Unterstützung dürfen die Krisenländer also von Merkel auf diesem Gipfel kaum erwarten. Die Kanzlerin will reden und Weichen stellen. Für die europäische Zukunft - mit einer Euro-Regierung und einer gemeinsamen Wirtschaftspolitik. Und nebenbei will sie auch noch ihre neue französische Freundschaft pflegen.

Staats- und Regierungschefs kämpfen gegen die Jugendarbeitslosigkeit
tagesthemen 21:50 Uhr, 27.06.2013, Arnim Stauth, ARD Brüssel

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Darstellung: