Kreditkarten in einem Geldbeutel

Große Mehrheit im Europaparlament EU deckelt Gebühr bei Kartenzahlung

Stand: 10.03.2015 13:55 Uhr

Bargeldlos mit Karte einzukaufen, ist für viele Kunden Alltag. Banken verdienen daran kräftig. Die EU führt nun Obergrenzen für die Gebühren ein, die bei Zahlungen mit der EC- oder Kreditkarte fällig werden. Das Europaparlament machte den Weg dafür frei.

Die EU begrenzt die Gebühren für Kartenzahlungen. Das Europäische Parlament in Straßburg stimmte mit großer Mehrheit einer Verordnung zu, auf deren Details sich zuvor Vertreter des Parlaments und der 28 EU-Staaten geeinigt hatten. Damit gilt in einigen Monaten zum ersten Mal europaweit ein Limit für die Gebühren, die Banken verlangen dürfen, wenn Verbraucher mit Kreditkarten oder EC-Karten bezahlen.

Wenn ein Kunde bargeldlos mit einer Karte einkauft, stellt die Bank des Kunden der Bank des Händlers oder Dienstleisters dafür ein bestimmtes Entgelt in Rechnung. In der Regel verteuert das letztlich den Preis, den der Verbraucher bezahlen muss. In den EU-Staaten sind diese Gebühren bislang ganz unterschiedlich geregelt. Nach Berechnungen der EU-Kommission zahlen Einzelhändler in Europa bisher rund zehn Milliarden Euro jährlich für Kartenzahlungen. Dank der Neuregelung werden die Kosten demnach um etwa sechs Milliarden Euro reduziert.

Grenzen bei 0,3 und 0,2 Prozent der Rechnungssumme

Daumen bei Abstimmung im Europaparlament
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Im Europaparlament stimmten 621 Abgeordnete für die Neuregelung - 26 votierten dagegen, 29 enthielten sich.

Die nun beschlossene Verordnung sieht vor, dass die Gebühr für Zahlungen mit der Kreditkarte künftig maximal bei 0,3 Prozent der Rechnungssumme liegen dürfen. Bei Debitkarte - dazu gehören in Deutschland die weit verbreiteten EC-Karten - liegt die neue Obergrenze bei 0,2 Prozent des zu zahlenden Bertrags. Alternativ ist in diesem Fall auch eine feste Gebühr von fünf Cent erlaubt, wenn es sich um eine Transaktion innerhalb eines Landes handelt.

Die Neuregelung tritt unmittelbar mit Veröffentlichung im Europäischen Amtsblatt in Kraft - einem Sprecher des Parlaments ist damit voraussichtlich im Mai zu rechnen. Für Kreditkartenfirmen wie American Express oder Diners wird die Neuregelung allerdings erst nach drei Jahren gelten, weil Zahlungen mit ihren Kreditkarten nur von einer Bank abgewickelt werden.

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