Die BMW Zentrale in München | Bildquelle: REUTERS

Wandel in der Autobranche Batterien statt Treibstofftanks

Stand: 18.11.2020 18:00 Uhr

VW, Daimler und BMW: Die deutsche Autobranche setzt zunehmend auf modernere Antriebsformen - und strukturiert ihre Produktion um. In München muss die Verbrennungsmotor-Fertigung einem Elektro-Montagewerk Platz machen.

Die deutschen Autobauer treiben die Transformation hin zu neuen Antriebstechnologien voran. Nachdem zuletzt Volkswagen und Daimler entsprechende Schritte angekündigt hatten, gibt jetzt auch BWM - mit dem Modell i3 im Vergleich zur inländischen Konkurrenz ohnehin ein Vorreiter - bekannt, künftig noch stärker auf E-Mobilität zu setzen.

Konkret will BMW die Fertigung von Verbrennungsmotoren vom Stammwerk in München schrittweise ins Ausland verlagert werden. Bis spätestens 2024 wird die Produktion von den Werken im österreichischen Steyr und in Hams Hall in England übernommen. Auf der Fläche des Motorenwerks soll ein neues Montagewerk entstehen, dass ausschließlich auf Elektrofahrzeuge ausgerichtet ist. Es soll 2026 in Betrieb gehen. BMW lässt sich den Neubau 400 Millionen Euro kosten.

Neues Montagewerk in München geplant

Wie Produktionsvorstand Milan Nedeljković mitteilte, bekommen die betroffenen 1000 Mitarbeiter andere Arbeitsplätze angeboten - in München oder an anderen BMW-Standorten in Bayern. Die Arbeitnehmervertretung des Autobauers begrüßt die Pläne. Betriebsratschef Manfred Schoch erklärte, diese Entscheidung sei ein Vorbild für eine gelungen gestaltete Transformation in der deutschen Industrie. Der Bau einer neuen Montageanlage im fast 100 Jahre alten BMW-Stammwerk zeige, "dass Transformation, wenn man sie strategisch und mutig angeht, Industriearbeitsplätze auch inmitten einer Großstadt sichern und ausbauen kann".

Kostendruck zwingt Daimler zum Outsourcing

Auch Daimler hatte kürzlich angekündigt, seine deutschen Werke schrittweise auf Elektro umzustellen. Die Konstruktion von Verbrennungsmotoren soll in großem Stil ausgelagert und von 2024 an vom chinesischen Partner Geely übernommen werden. Gebaut werden soll nach Konzernangaben ein modularer Motor, der auch in Hybridfahrzeuge eingebaut werden kann.

Die Fertigung in China ist den Angaben zufolge kostengünstiger. Daimler spare dadurch dreistellige Millionenbeträge ein. Der Betriebsrat des führenden Daimler-Antriebswerks in Stuttgart-Untertürkheim kritisierte das Vorhaben scharf. "Wir sind fassungslos. Nicht einmal Diskussionen über alternative Fertigungsstandorte waren möglich", erklärte Betriebsratschef Michael Häberle.

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