Ein VW ID.3 steht auf einer Transportplattform in einem Autoturm. | dpa

Mögliches Aus für E-Auto-Prämie Industrie warnt vor "Vertrauensbruch"

Stand: 19.06.2022 16:10 Uhr

Autohersteller warnen vor dem vorzeitigen Ende der Kaufprämie für E-Autos - Käufer können die Förderung erst beantragen, wenn der Wagen ausgeliefert ist. Derzeit kommt es aber zu langen Wartezeiten ab der Bestellung.

Der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) hat sich gegen eine baldige Streichung der E-Auto-Kaufprämien gewandt. "Aus gutem Grund, um die nationalen Klimaziele zu erreichen, haben die Regierungsparteien im Koalitionsvertrag die Weiterentwicklung und Fortführung der Kaufprämie für Elektroautos bis 2025 angekündigt", sagte VDIK-Präsident Reinhard Zirpel laut Mitteilung.

"Die Hersteller von E-Fahrzeugen und ihre Kunden verlassen sich darauf. Ein abrupter Wegfall der E-Auto-Prämie würde daher einen schweren Vertrauensbruch bedeuten."

Zirpel warnte vor einem Einbruch auf dem deutschen Markt für E-Autos und vor steigenden CO2-Emissionen des Verkehrs. "Allein die Diskussion über ein Ende der Kaufprämien für Elektrofahrzeuge führt schon gegenwärtig zu massiver Verunsicherung. Die Bundesregierung sollte diese Spekulationen umgehend beenden", sagte er.

Lindner: "Können Milliarden sparen"

Zuvor hatte sich Bundesfinanzminister Christian Lindner für eine Abschaffung ausgesprochen. "Wir können uns fehlgeleitete Subventionen schlicht nicht mehr leisten", sagte er der "Welt am Sonntag" - und bezog sich dabei sowohl auf die Förderung von Plug-in-Hybriden als auch von reinen Elektrofahrzeugen. "Die Autos werden bisher über die Lebensdauer teils mit bis zu 20.000 Euro subventioniert, auch für Top-Verdiener. Das ist zu viel. Da können wir Milliarden sparen, die wir sinnvoller einsetzen können", so Lindner.

Der ADAC forderte von der Bundesregierung Planungssicherheit. "Viele Verbraucher haben sich vor dem Hintergrund der Förderung bereits ein E-Fahrzeug bestellt", sagte Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand am Wochenende. Bei den meisten Modellen reichten die Lieferzeiten weit in das kommende Jahr hinein, so dass für sie die geplante Förderung zu entfallen drohe. "Bisher gab es keinerlei Hinweise dafür, dass die Bundesregierung die Zuschüsse für rein batterieelektrische neue Pkw ab nächstem Jahr komplett einstellen will."

Auto muss für Förderung ausgeliefert sein

Autokäufer müssen zurzeit wegen Lieferschwierigkeiten und hoher Nachfrage teils monatelange Wartezeiten hinnehmen. Für den Förderantrag beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle muss der Wagen bereits ausgeliefert und zugelassen sein.

Über dieses Thema berichtete MDR aktuell Radio am 18. Juni 2022 um 17:00 Uhr.