Fußgängerbrücke in Shanghai

Turbulenzen an den Börsen China schafft Schutzmechanismus wieder ab

Stand: 08.01.2016 08:51 Uhr

Die chinesische Regierung hat einen Schutzmechanismus wieder abgeschafft, der den Handel bei großen Schwankungen automatisch unterbrochen hatte. Nach dem gestrigen Börsenbeben erholten sich die chinesischen Aktienmärkte heute wieder leicht.

Nach der erneuten Talfahrt haben sich die chinesischen Aktienmärkte heute leicht erholt. Die Börsen in Schanghai und Shenzhen notierten am Mittag (Ortszeit) deutlich mit ein oder zwei Prozent im Plus. Auch wurden Sorgen über die Schwäche der chinesischen Währung besänftigt, als der Yuan über Nacht zum ersten Mal seit neun Tagen wieder etwas stärker notierte.

Nachdem am Vortag zum zweiten Mal der Handel für den Rest des Tages unterbrochen worden war, schaffte die Behördenaufsicht einen erst Anfang der Woche eingeführten Schutzmechanismus wieder ab. Er sah eine 15-minütige Zwangspause im Handel vor, wenn der China Securities Index (CSI) mit 300 führenden Werten um fünf Prozent nachgibt. Bei einem Minus von sieben Prozent wurde der Handel für den Rest des Tages beendet.

Damit sollten eigentlich große Schwankungen vermieden werden, doch führte diese Art der Notbremsung zu Panik unter Händlern und sorgte für eine Abwärtsspirale. Es war der erste Abbruch des Handels in der 25-jährigen Geschichte der chinesischen Börsen - und das gleich zweimal in nur vier Tagen.

Schwelle zu niedrig

Kritiker sahen die Schwelle für die Unterbrechung auch angesichts der starken Schwankungen in China viel zu niedrig angesetzt. "Gegenwärtig sind die negativen Folgen des Mechanismus größer als die positiven Auswirkungen", sagte Sprecher Deng Ke von der Wertpapieraufsicht laut der Nachrichtenagentur Xinhua. Um die Stabilität des Marktes zu wahren, sei deswegen entschieden worden, den Sicherungsmechanismus wieder abzuschaffen.

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KOMMENTARE

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bitterepille 08.01.2016 • 17:23 Uhr

problematisch ist eher...

.. dass Gewinne aus Geldgeschäften niedriger besteuert werden als Gewinne aus Arbeit. Es müsste umgekehrt sein. .. dass viele Kleinanleger genauso naiv handeln wie sie wählen. Nur leidet an der Börse wenigstens jeder selber an seinen dummen Entscheidungen. Bei Wahlen leiden alle, wenn Typen wie Mappus erst an die Macht, und dann an die Steuertöpfe dürfen. (Und die gleichgroßzügig an befreundete Banker verschenken.) .. dass Banken viel zu wenig Eigenkapital für ihre Zockerei vorhalten müssen ..dass gerade börsennotierte Firmen über Fehlanreize wie Aktienoptionen kurzfristiges Handeln und Denken fördern. Würden sie stattdessen Boni in Form von Aktien anbieten, die mindestens zehn Jahre gehalten werden müssen, würden die verantwortlichen Manager auch wieder langfristig denken.