Arbeitslosigkeit in den USA weiter gestiegen Wieder 54.000 amerikanische Jobs verloren

Stand: 03.09.2010 17:49 Uhr

Die Arbeitslosigkeit in den USA ist weiter gestiegen. Bereits den dritten Monat hintereinander gingen Zehntausende Jobs verloren - die Arbeitslosenquote nahm im August im Monatsvergleich von 9,5 auf 9,6 Prozent zu. Dennoch sehen Experten einen Lichtblick für die US-Konjunktur, da der Anstieg deutlich schwächer ausfiel als zuvor erwartet.

Viel größere Jobverluste erwartet

Bewerber stehen Schlange auf einer Jobmesse in New York
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Lange Schlangen: Arbeitssuchende auf einer Jobmesse in New York

Unterm Strich seien in den USA im August 54.000 Jobs verloren gegangen, teilte das US-Arbeitsministerium in Washington mit. Volkswirte hatten mit einem fast doppelt so großen Abbau gerechnet. Positiv auch: In den beiden Vormonaten gingen rund 120.000 weniger Stellen verloren als bislang angenommen. Zudem schuf die Privatwirtschaft zuletzt mehr Jobs als bislang berichtet wurde.

Zu Stellenstreichungen kam es wie in der Vormonaten nur im öffentlichen Bereich. Der Staat entließ insgesamt 124.000 Mitarbeiter, von denen die meisten befristet für die Volkszählung eingestellt worden waren. Die Privatwirtschaft schuf dagegen 67.000 neue Arbeitsplätze - mehr als von Fachleuten angenommen.

Optimisten sehen Anlass zur Hoffnung

Das Land leidet vor allem unter der historisch hohen Langzeitarbeitslosigkeit. Mehr als 40 Prozent der gemeldeten Arbeitslosen suchen bereits länger als ein halbes Jahr einen Job. Die Arbeitslosenquote nahm vor allem deshalb leicht zu, weil im August wieder Hunderttausende Amerikaner auf Jobsuche gingen, die sich zwischenzeitlich nicht mehr als arbeitslos gemeldet hatten. Dadurch werden sie jetzt wieder von der Statistik erfasst. Auch diesen Optimismus der Jobsucher bewerten Experten als gutes Zeichen.

Obama plant neue Anreize zur Schaffung von Jobs

US-Präsident Obama
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Obama bei der Rede an die US-Bevölkerung

US-Präsident Barack Obama kündigte neue Maßnahmen zur Stützung der Wirtschaft an. Er bezeichnete nach Vorlage der Zahlen als "gute Nachricht", dass der private Sektor den achten Monat hintereinander Arbeitsplätze schuf. Das Tempo der Erholung sei allerdings nicht hoch genug. Er wolle in der kommenden Woche ein "größeres Paket mit Ideen" vorstellen, mit dem die Wirtschaft weiter angekurbelt werden soll.

In seiner Rede an die Nation Anfang der Woche hatte Obama deutlich gemacht, dass es seine Hauptaufgabe sei, die marode US-Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen. Als geplante Maßnahmen hatte er bereits eine Verlängerung bestimmter Steuererleichterungen zugunsten der Mittelschicht genannt sowie Investitionen in saubere Energiequellen, Forschung und Infrastruktur sowie Steuervergünstigungen für Firmen.

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