Arbeitsmarktzahlen

3,017 Millionen Arbeitslose im Februar Das Job-Wunder geht weiter

Stand: 26.02.2015 10:20 Uhr

Eigentlich hatten Ökonomen ein Ende des deutschen Job-Booms befürchtet. Die Arbeitslosenzahlen für Februar aber deuten auf das Gegenteil hin: 121.000 Menschen weniger als vor einem Jahr waren auf Jobsuche - ein Trend, der sich noch verstärken könnte.

Trotz des frostigen Wetters ist die Arbeitslosenzahl im Februar um 15.000 auf 3,017 Millionen gesunken - eine kleine Sensation. Denn normalerweise steigt die Zahl der Jobsuchenden im Winter, weil auf dem Bau, auf den Äckern oder in den Biergärten naturgemäß weniger zu tun ist. Im Vergleich zum Vorjahr gab es 121.000 Arbeitslose weniger.

Volkswirte rechnen nun für die nächsten Monate mit einem kräftigen Schub auf dem deutschen Arbeitsmarkt. So könnte die Zahl der Erwerbslosen im Jahresschnitt um mehr als 100.000 sinken. Ursprünglich waren Ökonomen davon ausgegangen, dass der Job-Boom in diesem Jahr erlahmen würde.

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Arbeitsmarktzahlen im Februar 2015

Arbeitslosigkeit (absolute Zahlen und Quote)

Arbeitslosigkeit (absolute Zahlen und Quote)

DIHK rechnet mit 200.000 neuen Jobs

Der Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) rechnet damit, dass dieses Jahr in deutschen Unternehmen rund 200.000 neue Jobs entstehen. "Beim Beschäftigungsaufbau überrascht 2015 vor allem die Industrie positiv", sagte DIHK-Geschäftsführer Martin Wansleben der "Bild"-Zeitung. Allein dort sollen 40.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

Weitere 50.000 Stellen sollen im Gesundheitsbereich entstehen, rund 25.000 im Handel und im Gastgewerbe schaffen. Auch die IT-Branche und der Bau benötigen zusätzliche Arbeitskräfte, so Wansleben, dort sollen jeweils 15.000 Jobs geschaffen werden.

Mindestlohn wirkt sich noch kaum aus

Noch kaum spürbar sind nach Ansicht von Volkswirten die Auswirkungen des zum Jahresanfang eingeführten Mindestlohns von 8,50 Euro. Volkswirt Heiko Peters von der Deutschen Bank rechnet damit erst in den kommenden Monaten. Derzeit werde der Effekt von der guten Konjunktur und der Frühverrentungswelle im Zuge der abschlagsfreien Rente mit 63 abgemildert.

Nach Erkenntnissen von Steffen Henzel, Arbeitsmarktexperte beim Münchner Ifo-Institut, sind vom Mindestlohn bisher hauptsächlich Mini-Jobber betroffen. Ihre Zahl habe sich schon im November 2014 um 23.000 verringert. Anscheinend hätten Unternehmen bereits im Vorgriff auf den Mindestlohn geringfügig entlohnte Jobs abgebaut.

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