Fragen und Antworten

Zeitumstellung | Bildquelle: dpa

EU gibt Zahlen bekannt Rekordteilnahme an Sommerzeit-Umfrage

Stand: 17.08.2018 13:08 Uhr

In der vergangenen Nacht ist die EU-Umfrage zur Zeitumstellung zu Ende gegangen: 4,6 Millionen Menschen haben daran teilgenommen. Ist das Ergebnis bindend? Wie geht es jetzt weiter? Fragen und Antworten.

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Bei der EU-Umfrage zu einer möglichen Abschaffung der Sommerzeit sind nach Angaben der EU-Kommission mehr als 4,6 Millionen Antworten eingegangen. Dies sei im Vergleich zu anderen öffentlichen Befragungen ein Rekord, sagte ein Sprecher. Das Ergebnis werde in den kommenden Wochen veröffentlicht.

Die EU-Kommission befragte die Europäer in den vergangenen Wochen, was sie vom Wechsel zwischen Sommer- und Winterzeit halten. Nach rund sechs Wochen lief die Online-Umfrage in der vergangenen Nacht aus.

Warum gab es die Umfrage?

Die Zeitumstellung ist umstritten. Zuletzt machte das Europaparlament Druck. Die Abgeordneten forderten die EU-Kommission im Februar dazu auf, Vor- und Nachteile abzuwägen und die Regelung gegebenenfalls abzuschaffen.

Auch mehrere EU-Länder äußerten Bedenken: Litauen, Estland und Lettland sprachen sich ebenso für eine Abschaffung aus wie Finnland. Anfang Juli begann im Internet die Bürgerbefragung. EU-Bürger konnten angeben, ob sie künftig ohne Zeitumstellung leben möchten - und wenn ja, ob sie Winter- oder Sommerzeit bevorzugen.

Auf Grundlage der Ergebnisse sowie anderer Studien und Meinungen will die Brüsseler Behörde entscheiden, ob sie einen Vorschlag zur Abschaffung der Zeitumstellung vorlegt. Sollte die Zeitumstellung in der EU abgeschafft werden, könnte jedes Land für sich entscheiden, ob es dauerhaft die Sommer- oder Winterzeit haben will.

Haben die EU-Bürger in Sachen Zeitumstellung das letzte Wort?

Nein. Die EU-Kommission warnt davor, der Umfrage zu viel Bedeutung beizumessen, oder sie als eine Art Referendum zu verstehen. Sie sei nur ein Teil der Bewertung.

Sollte die Behörde unter Berücksichtigung aller Faktoren zu dem Schluss kommen, dass die Zeitumstellung abgeschafft werden sollte, könnte sie allerdings einen entsprechenden Vorschlag vorlegen. Dem müssten die EU-Staaten und das Europaparlament dann noch zustimmen.

Warum gibt es die Zeitumstellung?

Das Tageslicht soll besser genutzt werden. In Deutschland gab es die Sommerzeit schon mehrfach. Zuletzt wurde sie 1980 wieder eingeführt. Unter dem Eindruck der Ölkrise von 1973 hatte man die Hoffnung, so Energie sparen zu können.

Ein weiterer Grund war die Anpassung an die Nachbarländer, die diese Regelung schon hatten. Seit 1996 gibt es eine EU-weite Regelung. Seitdem beginnt die Sommerzeit Ende März und hört Ende Oktober auf. In dieser Zeit ist es abends eine Stunde länger hell.

Was versprechen sich Gegner der Zeitumstellung von einer Abschaffung?

Sie argumentieren, dass keine Energie gespart wird. So schalten die Deutschen laut Umweltbundesamt zwar im Sommer wegen der Zeitumstellung abends seltener das Licht an - im Frühjahr und Herbst wird morgens allerdings mehr geheizt.

Mediziner sehen zudem Risiken für die Gesundheit: Empfindsame Menschen könnten Probleme mit dem Hin und Her haben - samt Schlafstörungen und Appetitlosigkeit.

Die EU-Kommission betont indes, es lägen noch keine eindeutigen Erkenntnisse "über die Gesamtwirkung auf die Gesundheit" vor. Kritiker führen auch wirtschaftliche Folgen, etwa für Landwirte, auf. Diese Befürchtungen dürften laut EU-Kommission dank neuer Technologie jedoch "weitgehend gegenstandslos geworden sein".

Wie ist die Akzeptanz der Zeitumstellung in Deutschland?

In Deutschland gibt es viele Kritiker der Zeitumstellung. In der Umfrage im Auftrag der DAK-Gesundheit gab rund ein Viertel der Befragten im Frühjahr an, schon einmal gesundheitliche Probleme nach dem Wechsel zwischen Winter- und Sommerzeit gehabt zu haben. Die Bundesregierung hat sich zu dem Thema bislang nicht eindeutig positioniert.

Umfrage zur Sommerzeit - EU gibt Zahlen bekannt
Bettina Klein, Deutschlandfunk
17.08.2018 14:22 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 17. August 2018 um 13:00 Uhr.

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