Julia Klöckner | Bildquelle: dpa

Neues Weingesetz Mehr Klarheit, mehr Umsatz

Stand: 19.08.2020 17:53 Uhr

Wer Wein aus Deutschland kauft, soll schneller erkennen, ob es sich um einfachen Landwein oder eine besondere Qualität handelt. Agrarministerin Klöckner hat ein entsprechendes Gesetz auf den Weg gebracht. Es soll auch den Umsatz ankurbeln.

Neue Angaben auf Weinflaschen und Beschränkungen für das Anpflanzen neuer Weinreben sollen die Geschäfte der deutschen Winzer verbessern und Weinliebhabern mehr Orientierung bieten. Kern sei eine stärkere Herkunftsprofilierung deutscher Weine, sagte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner, als sie am Nachmittag den Entwurf für ein neues Weingesetz im Kabinett vorlegte.

Deutsche Weine seien international angesehen, verlören aber im internationalen Vergleich seit Jahren Marktanteile. Und auch die heimische Nachfrage sei "eher rückläufig", so die CDU-Politikerin.

Abhilfe soll unter anderem eine "Herkunfts-Pyramide" für den Wein schaffen. Ganz oben stehen Weine aus einzelnen Weinbergslagen, ganz unten steht Landwein aus Deutschland, ohne genauere Herkunftsangaben. Die Pyramide steht für den Grundsatz: "Je kleiner die Herkunft, desto höher die Anforderung und damit die Qualität", sagte Klöckner, die selbst auf einem Weingut aufgewachsen ist.

Mehr Gelder fürs Marketing

Neuanpflanzungen von Weinreben sollen mit dem geänderten Weingesetz und einer zugehörigen Verordnung auf 0,3 Prozent begrenzt werden. Konkret bedeute das, dass nur rund 300 Hektar Reben pro Jahr bis 2023 dazukommen dürften, erklärte Klöckner. Das sei im Interesse aller Winzer.

Zudem solle das nationale Marketing verbessert werden. Frankreich oder Italien unternähmen da bereits "enorme Anstrengungen", sagte die Ministern. "Da legt Deutschland jetzt nach." Von 500.000 Euro würden die Mittel für die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung auf zwei Millionen Euro aufgestockt. Dazu kämen 37 Millionen Euro für die Bundesländer aus einem EU-Topf, die bisher nicht von allen Ländern genutzt worden sein.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 19. August 2020 um 20:00 Uhr.

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