Ein Gewitter zieht mit dunklen Wolken über Altenmarkt. | dpa

Deutscher Wetterdienst Meteorologen erwarten "extremes Unwetter"

Stand: 19.05.2022 15:29 Uhr

Tief "Emmelinde" sorgt für Gewitter mit Starkregen, Hagel und schwere Sturmböen. Für morgen warnen Meteorologen sogar davor, sich im Freien aufzuhalten. Betroffen ist vor allem die Mitte Deutschlands.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) erwartet für die kommenden Tage gebietsweise heftige Unwetter. Bereits heute könnten in der Nordwesthälfte Deutschlands teils kräftige Gewitter mit Starkregen, Hagel und schweren Sturmböen auftreten, teilte der Wetterdienst mit. Im Südwesten und im Alpenvorland seien einzelne kräftige Gewitter mit Starkregen zu erwarten.

Morgen könnte es den Meteorologen zufolge nicht nur gebietsweise Sturmböen, sondern ein "extremes Unwetter" mit Gewitter, Hagel und Sturm geben. Nach Einschätzung des DWD dürfte vielerorts die höchste Warnstufe ausgerufen werden. "Damit drohen dort, wo der Gewitterkomplex langzieht, massive Schäden", so ein Wetterforscher.

"Ideale Bedingungen" für heftige Orkanböen

Wahrscheinlich bilden sich demnach auch sogenannte Superzellen - sich drehende Systeme mit starken Aufwinden, die sich völlig eigenständig und damit schwer vorhersehbar bewegen. Auch für Tornados und heftige Orkanböen gebe es "ideale Bedingungen".

Hinzu kämen Hagel und teils extremer Starkregen. Dabei könnten innerhalb weniger Stunden bis zu 80 Liter Regen auf den Quadratmeter fallen.

Vor allem Mitte Deutschlands betroffen

Die Meteorologen machen dafür Tief "Emmelinde" verantwortlich, das von Westen kommend quer über die Bundesrepublik bis in den Nordosten Deutschlands zieht. Von dem Unwetter morgen ist laut DWD vor allem die Mitte Deutschlands betroffen. Wo genau sich die Gewitter entladen, kann den Angaben zufolge erst wenige Stunden vorher sicher gesagt werden.

"Aufgrund einer immer noch nicht exakt vorherzusagenden Zugbahn des kleinräumigen Gewittertiefs bleibt jedoch eine gewisse Unsicherheit", sagte der Meteorologe. Nur ganz im Norden und Süden des Landes bestehe eine geringere Gewitterneigung.

"Vermeiden Sie Aufenthalte im Freien"

Bei einer amtlichen Warnung der Stufe vier kann es der Definition nach für den Menschen lebensgefährlich werden. "Vermeiden Sie Aufenthalte im Freien. Verhalten Sie sich sehr vorsichtig und informieren Sie sich regelmäßig über die Entwicklung der Wettersituation", riet der DWD. Zudem solle man sich auf "außergewöhnliche Maßnahmen" vorbereiten und auf jeden Fall möglichen Anweisungen der Behörden folgen.

Zum Wochenende beruhigt sich das Wetter dann zunächst wieder. Nur im Norden Deutschlands bleibt es noch wechselhaft. "Zu Beginn der neuen Woche kündigt sich von Südwesten her die nächste Gewitterlage an", sagte der Meteorologe.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 19. Mai 2022 um 16:00 Uhr.