Ein Auto steht unter Wasser: Überschwemmung nach Starkregen in Hagen | dpa

Unwetter in Deutschland Tief "Bernd" sorgt weiter für Chaos

Stand: 14.07.2021 14:58 Uhr

Die Unwetter sind weiter in Richtung Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz gezogen. Bei Düsseldorf wurde ein Wohnheim evakuiert, in Hagen ein Seniorenheim. Auf dem Rhein musste der Schiffsverkehr teilweise eingeschränkt werden.

Nachdem Tief "Bernd" in weiten Teilen von Süd- und Ostdeutschland für Chaos gesorgt hatte, zogen die Unwetter weiter in Richtung Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Auch hier sorgte Starkregen für zahlreiche Überschwemmungen, vollgelaufenen Keller und Unfälle.

"Die Leute sind verzweifelt"

In Nordrhein-Westfalen musste die Feuerwehr zahlreiche Keller auspumpen. "Die Leute sind verzweifelt", sagte der Sprecher des Polizeipräsidiums Hagen. Außerdem seien aufgrund der überspülten Straßen stellenweise Fahrzeuge ins Rutschen gekommen.

Es gebe mindestens 200 Einsatzorte. Besonders stark betroffen sei der Süden von Hagen mit vier Stadtteilen, die zum Teil nicht mehr zu erreichen seien. Der Ortsteil Dahl sei praktisch abgeriegelt. Ein Seniorenheim ist unbewohnbar und wurde geräumt.

Auch Düsseldorf ist betroffen

In der Landeshauptstadt Düsseldorf rückte die Feuerwehr zu rund 330 Einsätzen aus. Etwa 100 Bewohner eines Wohnheims mussten wegen Überschwemmungen in Erkrath bei Düsseldorf ihre Unterkunft verlassen. Die Unterkunft für Geflüchtete befinde sich in einem alten Schulgebäude, dort seien der Keller und die Sporthalle voll Wasser gelaufen, sagte eine Sprecherin der Stadt. Gefahr für die Bewohner bestehe aber nicht.

Auch in Altena im Sauerland verursachten die starken Regenfälle viele Schäden. Die Einsatzkräfte kämpften gegen Wasser-, Erd- und Geröllmassen, schilderte ein Feuerwehrsprecher die Lage. Von den umliegenden Hängen seien an mehreren Stellen größere Wassermengen auf die Stadt herabgestürzt, es sei zu "massiven Abrutschen" gekommen. Bisher habe es keine Verletzten gegeben.

Steigende Pegel in Rheinland-Pfalz

Aufgrund steigender Pegel ist die Schifffahrt auf dem Rhein in Rheinland-Pfalz teilweise eingeschränkt. Am Pegel Maxau wurde die Schifffahrts-Hochwassermarke II überschritten, wie der Hochwassermeldedienst in Mainz mitteilte. Im Bereich der Pegel Speyer und Worms bis Kaub ist die Hochwassermarke I weiterhin überschritten. Binnenschiffe müssen deshalb hier ihr Tempo drosseln und in der Mitte der Fahrrinne bleiben.

Ein Anlegesteg in  St. Goar am Rheinufer ist vom Hochwasser umspült.  | dpa

Ein Anlegesteg in St. Goar am Rheinufer ist vom Hochwasser umspült. Bild: dpa

Suche nach zwei Männern geht weiter

Die Suche nach einem 53-Jährigen im sächsischen Erzgebirgskreis geht derweil weiter. Der Mann wurde am Dienstagabend von einem Fluss mitgerissen, als er versucht hatte, sein Grundstück gegen den über die Ufer getretenen Fluss zu sichern. Die Feuerwehr habe die Suchaktion in der Nacht wegen des hohen Wasserstandes vorerst abgebrochen, teilte die Polizei mit.

In Baden-Württemberg soll bereits in der Nacht zu Montag ein 81 Jahre alter Mann bei Arbeiten an seinem Haus in den Fluss Jagst gestürzt sein, der nach starken Regenfällen Hochwasser führt. Auch er wird weiter vermisst. "Wir rechnen nicht damit, dass die Person noch lebend gerettet werden kann", hieß es weiter. Gleichwohl gehe die Suche dort weiter.

Unwetterwarnung bis Donnerstagmorgen

Der Deutsche Wetterdienst warnt weiter vor extremen Unwettern in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und in Teilen Hessens bis in den Donnerstag hinein. Extremer Dauerregen beziehungsweise länger anhaltender Starkregen könnten bis zum Donnerstagmorgen zu 50 bis 100 Liter Niederschlag pro Quadratmeter führen. Lokal seien bis zu 200 Liter möglich. In Bayern könne es von Mittwochabend an in einigen Regionen erneut sehr stark regnen.

Über dieses Thema berichtete am 14. Juli 2021 tagesschau24 um 10:00 Uhr und die tagesschau um 16:00 Uhr.