Überschwemmte Straße | dpa

Unwetter in Deutschland Überschwemmungen durch Starkregen

Stand: 14.07.2021 10:13 Uhr

Überflutete Straßen, vollgelaufene Keller: In Teilen Deutschlands sorgt Starkregen für chaotische Verhältnisse. Im bayerischen Hof war zwischenzeitlich der Katastrophenfall ausgerufen worden, in Sachsen wird eine Person vermisst.

Heftige Regenfälle haben in Teilen von Süd- und Ostdeutschland sowie in Nordrhein-Westfalen für Überschwemmungen und zahlreiche Feuerwehr-Einsätze gesorgt. Im oberfränkischen Landkreis Hof war zwischenzeitlich der Katastrophenfall ausgerufen worden. Mittlerweile habe sich die Lage wieder entspannt, teilte das Landratsamt mit. Zu tun gebe es aber noch jede Menge. Die Einsatzkräfte seien im gesamten Landkreis unterwegs, um aufzuräumen.

In der Region Hof hatten heftige Regenfälle Straßen und Häuser überflutet. Binnen zwölf Stunden waren nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes dort bis zu 80 Liter vom Himmel gefallen, zudem gab es Gewitter. Polizei und Feuerwehr waren hier mehr als 200 Mal zu Einsätzen ausgerückt. Die ganze Nacht lang waren sie dabei, Keller auszupumpen, umgestürzte Bäume zu beseitigen und Straßen wieder befahrbar zu machen.

Von der Heftigkeit des Unwetters zeigte sich der Feuerwehrsprecher überrascht. So extrem habe er das seit Jahren nicht erlebt. Mehr als 50 Feuerwehren mit knapp 1000 Leuten sowie 140 Angehörige des Technischen Hilfswerks (THW) waren im Dauereinsatz, um Wasser aus Kellern zu pumpen und Sandsäcke zu beschaffen. Wegen der vielen Anrufer sei sogar der Notruf 112 in der Region in Einzelfällen nicht sofort erreichbar gewesen, teilte das Bayerische Rote Kreuz mit.

Mann in Sachsen vermisst

Im sächsischen Jöhstadt im Erzgebirgskreis riss eine Sturzflut einen Mann mit sich. Anwohner im Ortsteil Steinbach hatten versucht, ihre Grundstücke gegen einen über die Ufer getretenen Fluss zu sichern. Dabei wurde der Mann mitgerissen. Alle Rettungsversuche durch die Nachbarn schlugen fehl. Die Suche der Feuerwehr blieb zunächst ohne Erfolg. Die Hauptstraße in Steinbach sei infolge des starken Regens etwa eine Stunde unpassierbar, sagte die Polizei.

Auch Teile Baden-Württembergs wurden von heftigen Regenfällen getroffen. In Mannheim und Umgebung stürzten zahlreiche Bäume um, Straßen wurden überflutet. In den Mannheimer Stadtteilen Lindenhof und Wallstadt seien infolge des Unwetters Bäume auf geparkte Fahrzeuge gefallen und hätten diese beschädigt, so die Polizei. Verletzt worden sei jedoch niemand.

Mehrere Straßen seien überflutet worden und mussten teilweise gesperrt werden. Vereinzelt wurden Autos durch eingedrungenes Wasser beschädigt und mussten abgeschleppt werden. Auch in Hockenheim mussten zwei Autos geborgen werden, deren Fahrer erfolglos versucht hatten, eine Straße mit starker Wasseransammlung zu durchfahren. In Heidelberg sorgte Wasser auf den Straßen für kurzzeitige Verkehrsbehinderungen.

Auch NRW betroffen

Die Folgen des Unwetters waren auch weiter nördlich in Deutschland zu spüren. In Düsseldorf rückte die Feuerwehr zu rund 330 Einsätzen aus. Es seien Keller vollgelaufen und Straßen überschwemmt worden, teilte die Feuerwehr mit. Auch die Tiefgarage des Rheinmetall-Konzerns sei betroffen, dort stehe das Wasser bei 40 Zentimeter. 

In Hagen sammelte sich in einer Unterführung in der Nähe des Hauptbahnhofs nach Angaben eines Polizeisprechers so viel Regenwasser, dass mehrere Autos nicht mehr weiterkamen. Die Feuerwehr habe die Fahrer aus ihren Fahrzeugen befreien müssen, sagte der Sprecher. "Wir haben diverse Stellen im Stadtgebiet, wo Straßensperrungen aktuell vorliegen." In Hagen seien Hänge abgerutscht und Fahrbahnen überflutet und teilweise beschädigt worden. Hunderte Notrufe seien bei der Feuerwehr eingegangen. "Die Leute sind verzweifelt", sagte der Sprecher. Wegen Gerölls auf den Straßen konnten einige Ortsteile selbst von Einsatzfahrzeugen der Polizei und Feuerwehr nicht befahren werden.

Wetterexperten rechnen weiter mit Starkregen

In Erkrath rief die Stadt die Anwohner über die Sozialen Medien dazu auf, möglichst "kein weiteres Abwasser zu produzieren und möglichst nur noch die Toilette zu nutzen". Demnach sollen "Duschen, Waschen und die Nutzung der Spülmaschine" unterlassen werden, "um die Situation nicht zu verschärfen." Aufgrund des anhaltenden starken Regenfalls seien die Abwasserkanäle stark überfüllt.

Mit der Verlagerung von Tief "Bernd" zögen weitere Starkregengebiete vor allem in Richtung Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz und sorgten dort bis in den Donnerstag hinein für anhaltend hohe Niederschlagsmengen, hatte der Deutsche Wetterdienst zuvor angekündigt. Die Wetterexperten rechneten bis mindestens Freitag mit kräftigem Regen und Gewitter.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 14. Juli 2021 um 10:00 Uhr.

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Moderation 14.07.2021 • 17:05 Uhr

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