Thomas de Maizière | dpa

Ehemaliger Bundesminister De Maizière wird Präsident des Kirchentages

Stand: 18.10.2021 16:21 Uhr

Der ehemalige Bundesminister de Maizière wird neuer Präsident des Evangelischen Kirchentages. Der 67-Jährige stehe für den offenen Diskurs, so die scheidende Präsidentin Limperg. Der nächste Kirchentag findet im Juni 2023 in Nürnberg statt.

Der frühere Bundesinnen- und Verteidigungsminister Thomas de Maizière wird Präsident des Deutschen Evangelischen Kirchentages. Das Präsidium des Kirchentags wählte de Maizière zum Nachfolger von Bettina Limperg, Präsidentin des Bundesgerichtshofs, die turnusmäßig aus ihrem Amt schied. De Maizière wird damit die Vorbereitungen für den Evangelischen Kirchentag vom 7. bis 11. Juni 2023 in Nürnberg leiten.

Neu im Präsidiumsvorstand sind die Thüringer Umweltministerin Anja Siegesmund und der Wittenberger Oberbürgermeister Torsten Zugehör, die damit auch designierte Präsidentin und Präsident der Kirchentage 2025 und 2027 sind.

"Ein durchaus streitbarer Geist"

Der Evangelische Kirchentag gastiert 2023 nach 1979 zum zweiten Mal in Nürnberg. Das Treffen wird unter der Losung "Jetzt ist die Zeit" stehen. Viele Menschen spürten, "dass wir vielleicht in so etwas wie einer globalen Zeitenwende leben", sagte de Maizière. Klimawandel, Digitalisierung und die Bedrohung von Menschenrechten seien nur einige der Herausforderungen, über die man sprechen wolle - auch mit jungen Menschen. Es habe in den vergangenen drei Jahrzehnten nicht mehr so viele Verschiebungen gegeben wie jetzt, so der ehemalige Bundesinnenminister. "Der Kirchentag ist auf dem Weg zu einer Erneuerung", sagte de Maizière. "Einiges davon wird in Nürnberg zu sehen sein."

De Maizière habe sich schon bisher intensiv mit einem Kirchentag in einer immer säkularer werdenden Welt auseinandergesetzt, sagte seine Vorgängerin Limperg. Mit ihm als Präsident übernehme nun weniger ein ehemaliger Politiker, "sondern ein zupackender Mensch Verantwortung - mit klarem Blick für Realitäten, Freude am offenen Diskurs und einem durchaus streitbaren Geist, aber vor allem auch mit einem guten inneren Kompass und Glaubensgewissheit", sagte Limperg.

De Maizière war Abgeordneter des Wahlkreises Meißen im Deutschen Bundestag. Er war von 2005 bis 2009 Chef des Bundeskanzleramts, später dann Bundesinnenminister und Verteidigungsminister. Nach den Koalitionsverhandlungen von SPD und CDU/CSU schied er Anfang 2018 aus der Bundesregierung aus.

Über dieses Thema berichtete BR24 am 18. Oktober 2021 um 14:38 Uhr.