Näherinnen in China

ARD-Themenwoche So ungerecht ist Mode

Stand: 12.11.2018 22:59 Uhr

60 neue Kleidungsstücke im Jahr - das leisten sich die Deutschen im Schnitt. Und dann wird nicht mal alles davon getragen. Würde die Wertschätzung steigen, wenn Aufwand und Bedingungen der Herstellung bekannt wären?

Hat das T-Shirt ein Loch, wandert es meist nicht zum Schneider, sondern in die Tonne. Der Grund: Oftmals ist eine Reparatur genauso teuer wie ein neues T-Shirt. Grund dafür ist die moderne Modeindustrie, auch Fast Fashion genannt. Das Konzept: möglichst viele Klamotten, möglichst günstig produziert, meist in nicht-europäischen Ländern, sondern in Bangladesch oder China.

ARD-Themenwoche Gerechtigkeit: Fast Fashion
12.11.2018

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

1100 Tote bei der Katastrophe von Rana Plaza

Wie hart die Produktionsbedingungen dort sein können, wurde 2012 besonders deutlich. Damals stürzte in der Hauptstadt Bangladeschs, Dhaka, das Gebäude Rana Plaza ein. Darin wurde Kleidung auch für den europäischen Markt hergestellt. Mehr als 1100 Menschen kamen ums Leben. 

Nach dem Einsturz des Rana Plaza beabsichtigten viele Mode-Unternehmen, sich um höhere Sicherheitsstandards in den Produktionsländern zu kümmern. Dennoch stellte sich nach einer landesweiten Überprüfung der Fabriken in Bangladesch heraus, dass nur in etwa 13 Prozent der Werke die Mängel behoben wurden.

Eingestürztes Fabrikgebäude Rana Plaza in Bangladesch
galerie

Eingestürztes Fabrikgebäude Rana Plaza in Bangladesch

Nur 18 Cent für die Näherin

Auch wenn die Gebäude langsam sicherer werden, bleibt eine faire Entlohnung weiterhin aus. Laut einer Studie der Clean Clothes Campaign gehen bei einem T-Shirt für 29 Euro nur 18 Cent an die Näherinnen und Näher, die das T-Shirt hergestellt haben.

Viel Wasser für die Wäsche

Ohnehin sind die Produktionsbedingungen in der Fast-Fashion-Industrie nur eine Seite des Problems: Die Textilindustrie ist laut der Wirtschaftskommissionen der Vereinten Nationen für Europa (UNECE) der zweitgrößte Wasserverschwender der Welt - und trägt massiv zur Wasserverschmutzung bei.

Gerade Baumwolle ist eine durstige Pflanze. Um ein Baumwollhemd herzustellen, braucht es durchschnittlich 2700 Liter Wasser. Dem britischen Wissenschaftler John Anthony Allan zufolge, können je nach Färbung und Reinigung auch bis 15.000 Liter für ein einziges T-Shirt verbraucht werden.

Alternativ ist die Alternative nicht

Die gängige Alternative zu Baumwolle ist jedoch auch nicht umweltfreundlicher: Etwa 70 Prozent unserer Kleidung bestehen aus synthetischen Stoffen - also Plastik.

Trotzdem kommt die schnelle Mode gut an. Laut einer Greenpeace-Umfrage kaufen Deutsche durchschnittlich 60 neue Kleidungsstücke pro Jahr. Doch 40 Prozent der Klamotten im Kleiderschrank werden selten oder nie getragen. 

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 12. November 2018 um 22:15 Uhr.

Darstellung: