Wasser tritt im Fährhafen von Dagebüll (Schleswig-Holstein) über das Ufer. | dpa

Neues Sturmtief "Antonia" braust heran

Stand: 20.02.2022 17:19 Uhr

Mehrere Tote und immense Schäden hat "Zeynep" in Deutschland hinterlassen. Doch die Sturm-Tage sind noch nicht ausgestanden: "Antonia" ist im Anmarsch. In mehreren Bundesländern könnte es in der Nacht noch mal gefährlich werden.

Das ganze Ausmaß der von "Ylenia" und "Zeynep" verursachten Schäden ist noch gar nicht erfasst, da droht bereits neues Ungemach: Sturmtief "Antonia". Erwartet werden heftige Winde mit zum Teil orkanartigen Böen.

Vor allem in der kommenden Nacht kann es noch mal in mehreren Bundesländern gefährlich werden. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) gab eine Unwetterwarnung für Teile von Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Thüringen, Sachsen, Baden-Württemberg, Bayern und Mecklenburg-Vorpommern aus. Von 22 Uhr bis 3 Uhr könne es in Teilen dieser Bundesländer orkanartige Böen in Verbindung mit Schauern und einzelne Gewittern geben, warnte der DWD am Nachmittag.

Besondere Gefahr gehe zudem von Bäumen aus: Schon durch die vorangegangenen Stürme in Mitleidenschaft gezogenen Bäume könnten im stark aufgeweichten Boden leicht umstürzen. Auch mit herabstürzenden Dachziegeln und örtlichen Blitzschäden müsse gerechnet werden. "Die Sturmlage müssen wir bis zum Montag noch durchstehen", sagte ein DWD-Meteorologe.

DWD: Orkanböen besonders im Westen

Ab Sonntagabend, 21 Uhr, lege der Wind deutlich zu und ziehe in Verbindung mit einer Kaltfront von Nordwest nach Südost durchs Land, sagte der Meteorologe. Zwischenzeitlich bestehe die Gefahr heftiger Stürme und orkanartiger Böen mit bis zu 115 km/h Windgeschwindigkeit. Dazu müsse mit kräftigen Schauern und Gewittern gerechnet werden. Der DWD kündigte für die Nacht besonders im Westen Orkanböen an. Auch an der Ostsee können orkanartige Böen bis in den Montagvormittag hinein anhalten. Über der Mitte sei die Gefahr von schweren Sturmböen allerdings nicht ganz so hoch.

Am Morgen erreicht die Kaltfront dann das Alpenvorland. Besonders in Südbayern seien orkanartige Böen nicht ausgeschlossen. Zum Mittag beruhige sich die Unwetterlage dann etwas. Aber auch der Montag bleibt ein windiger, stürmischer Tag mit viel Regen, so der Meteorologe.

Ab Dienstag Entspannung

Gegen Abend werde der Wind dann spürbar ausgebremst und ab Dienstag entspanne sich die Lage deutlich. "Der Wind wird die Woche aber weiter Thema bleiben" erklärte der Meteorologe.

Großer finanzieller Schaden

In den vergangenen Tagen hatten die Orkantiefs "Ylenia" und "Zeynep" tödliche Unfälle und immense Schäden verursacht. Die beiden Stürme dürften die Versicherer nach ersten Schätzungen mehr als 1,4 Milliarden Euro kosten. "Zeynep" habe versicherte Schäden von mehr als 900 Millionen Euro verursacht, teilte die Unternehmensberatung Meyerthole Siems Kohlruss (MSK) mit. Er sei der intensivste Sturm seit "Kyrill" im Jahr 2007 gewesen. Die versicherten Schäden des Sturms "Ylenia" schätzte das Unternehmen auf 500 Millionen Euro. Immense Folgen haben die Sturmtage auch für den Bahn-Reiseverkehr. Das Ausmaß der Schäden sei größer, als zunächst gedacht.

"Zeynep" hatte Deutschland mit Windgeschwindigkeiten von örtlich mehr als 160 Kilometern pro Stunde überquert. Drei Menschen kamen ums Leben. Der höchste Wert wurde in der Nacht zum Samstag mit rund 162 Kilometern pro Stunde am Nordsee-Leuchtturm "Alte Weser" gemessen, wie der DWD mitteilte. Die Feuerwehren zählten Tausende Einsätze, meist wegen umgestürzter Bäume, umherfliegender Gegenstände oder beschädigter Gebäude.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 19. Februar 2022 um 23:25 Uhr.